Acht Studenten in Südkorea nach Versuch, US-Stützpunkt zu betreten, festgenommen
Bei einer Protestaktion vor der Osan Air Base argumentierten die Studenten, dass die US-Militärpräsenz in Gwangju ein großes Chip-Produktionsprojekt behindere.
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In Südkorea wurden acht Universitätsstudenten festgenommen, weil sie versucht hatten, die Osan Air Base, einen der wichtigsten Stützpunkte der US-Luftwaffe im Land, zu betreten. Die südkoreanische Polizei und das US-Militär gaben bekannt, dass die Ermittlungen zu dem Vorfall andauern.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstag während eines Protests vor dem Stützpunkt in Pyeongtaek, etwa 50 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul. Die Koreanische Vereinigung progressiver Studenten teilte Aufnahmen der Demonstration über ihre Social-Media-Kanäle.
In einer Erklärung des US-Militärs hieß es, die acht Personen seien festgenommen worden, nachdem sie „versucht hatten, illegal durch das Haupttor in die Osan Air Base einzudringen“. Den Angaben zufolge wurden die Studenten an die südkoreanische Nationalpolizei übergeben, die die weiteren Verfahren übernahm.
Die südkoreanische Polizei teilte mit, dass sich die Studenten in Gewahrsam befinden und während der Befragung die Aussage verweigert hätten. Die Studentengruppe warf dem US-Militär in einer auf Facebook veröffentlichten Erklärung vor, das geplante Chip-Produktionscluster in Gwangju zu „behindern“.
Im Zentrum der Debatte steht ein geplantes großes Halbleiter-Produktionszentrum auf dem Gelände des Militärflughafens Gwangju im Süden des Landes. Das Projekt soll ein Investitionsvolumen von rund 800 Billionen Won, umgerechnet etwa 485 Milliarden Euro, für südkoreanische Chiphersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix schaffen.
Das südkoreanische Präsidialamt hatte im Juli bekannt gegeben, dass Seoul und Washington Gespräche über die Verlegung des Flughafens aufgenommen haben, der teilweise vom US-Militär genutzt wird. Der Protest der Studenten hat die Kritik an der US-Militärpräsenz in diesem Zusammenhang erneut in den Fokus gerückt.
Die USA unterhalten rund 28.500 Soldaten in Südkorea, um die Verteidigung des Landes gegen militärische Bedrohungen aus Nordkorea zu unterstützen. Die amerikanische Militärpräsenz bleibt jedoch in Teilen der südkoreanischen Gesellschaft seit langem ein umstrittenes Thema.
Eine ähnliche Spannung gab es bereits 2019, als etwa 20 südkoreanische Studenten mit Verbindungen zu einer nordkoreafreundlichen Gruppe in die Residenz des US-Botschafters in Seoul eingedrungen waren. Bei dieser Aktion wurden vier der Studenten inhaftiert.