Ära Paschinjan in Armenien setzt sich nach Wahlen gestärkt fort

Bei den Parlamentswahlen in Armenien konnte die Partei von Premierminister Nikol Paschinjan erneut die Oberhand gewinnen. Es wird nicht erwartet, dass die erzielten Ergebnisse zu einer Änderung der außenpolitischen Ausrichtung des Landes führen werden.

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Die Parlamentswahlen in Armenien am Sonntag wurden nach den turbulenten Jahren des Landes aufmerksam verfolgt. Den ersten veröffentlichten Ergebnissen zufolge konnte die Partei Zivilvertrag unter der Führung von Premierminister Nikol Paschinjan mit 54,5 Prozent der Stimmen erneut den Sieg davontragen. In einer Pressekonferenz erklärte Paschinjan seinen Sieg und bezeichnete das Ergebnis als einen „historischen Erfolg“.

Während etwa 21 Prozent der Stimmen ausgezählt waren, landete das pro-russische Bündnis „Starkes Armenien“, das die wichtigste Opposition darstellt, mit 21,9 Prozent auf dem zweiten Platz. Diese Partei, die vom Geschäftsmann Samwel Karapetjan angeführt wird, betonte im Wahlkampf die Bedeutung der Aufrechterhaltung enger Beziehungen zu Russland. Das Armenien-Bündnis erreichte unterdessen einen Stimmenanteil von 8,7 Prozent, während die Partei Wohlhabendes Armenien bei etwa 5 Prozent verharrte.

Die Wahlen gelten als die erste große politische Bewährungsprobe nach der militärischen Niederlage Armeniens gegen Aserbaidschan im Jahr 2023. In dem Land mit rund 3 Millionen Einwohnern hat die Bevölkerung der aktuellen Regierung, die eine Annäherung an den Westen anstrebt, erneut ihr Vertrauen ausgesprochen. Experten weisen darauf hin, dass das starke Abschneiden der Partei Zivilvertrag die Friedensverhandlungen mit Aserbaidschan beschleunigen und die Fortsetzung der Normalisierungsbemühungen mit der Türkei sicherstellen könnte.

Seit Paschinjans erstem Amtsantritt standen seine Bemühungen zur Stärkung der Beziehungen zum Westen im Vordergrund, und die Wahl zeigt, dass diese Politik nun bestätigt wurde. Die Opposition hingegen zog mit dem Versprechen einer engeren Zusammenarbeit mit Moskau, insbesondere in der Außenpolitik, an die Wahlurnen.

Die Zentrale Wahlkommission Armeniens wird voraussichtlich im Laufe des Tages die offiziellen Wahlergebnisse bekannt geben. Das Wahlergebnis wird die Schritte bestimmen, die das Land in der kommenden Zeit sowohl bei den Friedensverhandlungen mit Aserbaidschan als auch bei der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zur Türkei leiten werden.