Aktueller Stand nach Funkgeräte-Explosionen im Libanon: Behörden geben Bilanz bekannt
Die Behörden im Libanon haben bekannt gegeben, dass die Zahl der Todesopfer durch die Explosionen von Funkgeräten auf 20 gestiegen ist. Zudem wurde berichtet, dass mehr als 200 Personen schwer verletzt wurden.
İHA
Nachdem gestern im Libanon von Hisbollah-Mitgliedern genutzte Funkgeräte zur Explosion gebracht wurden, steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. In einer Erklärung des libanesischen Gesundheitsministeriums wurde mitgeteilt, dass die Zahl der durch die Detonationen an verschiedenen Orten des Landes getöteten Personen auf 20 gestiegen ist und die Zahl der Verletzten bei über 450 liegt.
Darüber hinaus wurde behauptet, das Ziel des Angriffs auf die Funkgeräte, der auf den Pager-Angriff Israels folgte, sei es gewesen, die Angst in den Reihen der Hisbollah zu schüren und Druck auf deren Führung auszuüben, damit diese ihre Politik bezüglich des Konflikts mit Israel ändere.
Es wurde zudem die Vermutung geäußert, dass die Entscheidung für den zweiten Angriff getroffen wurde, weil man davon ausging, dass die Untersuchung der Hisbollah zum ersten Angriff (den Pager-Explosionen) die Sicherheitslücke bei den Funkgeräten aufgedeckt hätte.
HAT ISRAEL SPRENGSTOFF IN DEN FUNKGERÄTEN PLATZIERT?
In einer Stellungnahme des japanischen Unternehmens ICOM, dem Hersteller der Funkgeräte, wurde erklärt, dass die Produktion der betreffenden Geräte vor 10 Jahren eingestellt wurde und der Vorfall untersucht werde. Es war behauptet worden, dass die Funkgeräte vom israelischen Geheimdienst im Voraus präpariert worden seien.
Andererseits wurde in einem Bericht der US-Nachrichten-Website Axios von gestern, der sich auf zwei Quellen beruft, angegeben, dass die explodierten Funkgeräte von israelischen Geheimdiensten im Voraus präpariert und dann an die Hisbollah übergeben worden seien.
Es wurde erklärt, dass die Funkgeräte Teil eines Notfallkommunikationssystems seien, das für einen möglichen Krieg mit Israel vorgesehen war. Es hieß, die Geräte seien ausschließlich für den Einsatz während eines Krieges mit Israel produziert worden und eine große Anzahl davon sei in Lagern der Hisbollah aufbewahrt worden.
Unterdessen wurde Israel für die Pager-Explosionen verantwortlich gemacht, die sich am Dienstag im Libanon ereigneten und bei denen 12 Menschen starben und mindestens 2.750 verletzt wurden. Von der Hisbollah gab es bisher noch keine Stellungnahme zu den gestrigen Funkgeräte-Explosionen.