Altersgrenze für B-Führerscheine eingeführt: Über 75-Jährige erhalten keine Fahrerlaubnis mehr

Die Europäische Union führt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit eine Altersbeschränkung für die Erteilung von B-Führerscheinen ein. Die neue Regelung tritt zunächst am 15. Juli in Spanien in Kraft und untersagt Personen über 75 Jahren die Erteilung oder Erneuerung einer Fahrerlaubnis.

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Die Europäische Union (EU) hat zur Vermeidung von Verkehrsunfällen Beschränkungen für ältere Fahrer auf die Agenda gesetzt. Im Rahmen der neuen Regelung werden für den B-Führerschein, der das Führen von Fahrzeugen mit einem Gewicht von bis zu 3.500 Kilogramm erlaubt, Personen über 75 Jahren keine neuen Führerscheine mehr ausgestellt oder bestehende Lizenzen verlängert. Der erste Schritt dieser Maßnahme beginnt am 15. Juli in Spanien.

Bisher mussten Spanier, die das 70. Lebensjahr vollendet hatten, alle zwei Jahre eine Gesundheitsprüfung absolvieren. Nach der neuen Regelung wird diese Altersgrenze auf 65 Jahre gesenkt. Damit soll der Gesundheitszustand der Fahrer engmaschiger überwacht werden.

Diese Änderung, die für 2026 in allen EU-Ländern geplant ist, betrifft Länder außerhalb der EU derzeit nicht. In der Türkei gibt es zwar ähnliche Regelungen für ältere Fahrer, eine offizielle Altersgrenze nach oben wurde jedoch noch nicht festgelegt. In unserem Land müssen sich Fahrer über 65 Jahren zusätzlichen Verkehrskontrollen unterziehen. Zudem dürfen Personen über 80 Jahren ihren Führerschein nur nutzen, wenn sie alle zwei Jahre eine Gesundheitsprüfung bestehen.

Da menschliches Versagen einen großen Anteil an den jährlichen Unfällen hat und risikoreiche Altersgruppen häufig ältere Fahrer umfassen, wurde die Ausweitung solcher Maßnahmen diskutiert. Während weltweit jährlich etwa 1,2 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen, erhöhen nachlassende Reflexe und verschiedene gesundheitliche Probleme die Gefahr auf der Straße.

Trotz entwickelter Sicherheitssysteme haben viele Länder das Fahrpotenzial der alternden Bevölkerung zur Diskussion gestellt. In einigen Ländern wie Japan wurde für Fahrer ab 75 Jahren das Anbringen eines „Senioren-Aufklebers“ am Fahrzeug zur Pflicht. Japan gilt in dieser Hinsicht nach Monaco als das Land mit der ältesten Bevölkerung.

Die neuen Regelungen stießen in einigen Kreisen auf Kritik. Insbesondere ältere Menschen, die fernab ihrer Familien leben und aufgrund täglicher Bedürfnisse oder gesundheitlicher Probleme auf das aktive Autofahren angewiesen sind, sind der Ansicht, dass diese Entscheidung ihr Leben erschweren wird. Zudem wird in den sozialen Medien diskutiert, ob solche Anwendungen auch in der Türkei eingeführt werden sollten.