Angst vor Epidemien zwingt Israel zum Einlenken

Laut einer von israelischen Regierungsquellen an die Presse weitergegebenen Erklärung hat das israelische Kriegskabinett auf Wunsch der USA einstimmig den Vorschlag gebilligt, täglich zwei Tanklaster mit Treibstoff in den südlichen Gazastreifen einfahren zu lassen.

AA

Es wurde angegeben, dass der Treibstoff dazu dienen soll, den Bedarf der Vereinten Nationen (UN) zur Unterstützung der Wasser- und Sanitärinfrastruktur in der Region zu decken.

UNTER DER BEDINGUNG, DASS ER NICHT AN DIE HAMAS GELANGT...

In der Erklärung, in der es hieß, dieser Schritt verschaffe Israel den „notwendigen internationalen Spielraum, um die Hamas zu eliminieren“, wurde betont: „Die Tanklaster werden unter der Bedingung, dass sie nicht an die Hamas gelangen, über die Vereinten Nationen durch den Grenzübergang Rafah an die Zivilbevölkerung im südlichen Gazastreifen geliefert.“

GENEHMIGUNG ERTEILT, UM AUSBREITUNG VON EPIDEMIEN AUF ISRAEL ZU VERHINDERN

In der Erklärung wurde zudem festgehalten, dass mit diesem Schritt beabsichtigt sei, „die israelischen Soldaten zu schützen, die das Gebiet besetzen, und zu verhindern, dass sich Epidemien, die durch die Wasserkrise infolge des Treibstoffmangels im Gazastreifen entstehen könnten, nach Israel ausbreiten“.

In der Erklärung wurden folgende Worte verwendet:

„Dieser Schritt zielt unter anderem darauf ab, die Wasser- und Sanitärsysteme auf einem Mindestmaß zu unterstützen, um Epidemien zu verhindern, die sich in der gesamten Region ausbreiten, den Bewohnern des Gazastreifens und unseren Kräften (der israelischen Armee) schaden und sogar bis nach Israel übergreifen könnten.“

EPIDEMIEN HABEN ZUGENOMMEN

Seit Beginn der intensiven Angriffe auf den Gazastreifen am 7. Oktober hatte Israel die Einfuhr von Treibstoff in den Gazastreifen blockiert.

Das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) hatte gestern gemeldet, dass die Wasserkrise im südlichen Gazastreifen, die durch den Treibstoffmangel entstanden ist, zu tödlichen Durchfallerkrankungen geführt habe.

In einer Erklärung des UNRWA wurde darauf hingewiesen, dass in drei Städten im südlichen Gazastreifen 76 Wasserbrunnen, zwei Haupttrinkwasseranlagen und 15 Abwasserpumpstationen ihren Betrieb eingestellt haben und diese Situation, die aufgrund des Treibstoffmangels eingetreten ist, Hunderttausende Menschen betrifft.

In der Erklärung wurde berichtet, dass aufgrund des Treibstoffmangels bei allen Abwasserpumpen Abwasser in die Straßen der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen fließt.

1,7 MILLIONEN MENSCHEN ZUR FLUCHT GEZWUNGEN

Internationale humanitäre Hilfsorganisationen erklären, dass Treibstoff lebenswichtig für den Zugang der Millionen vertriebenen Menschen zu sauberem Wasser, Gesundheitsdiensten, der Müllabfuhr zur Vermeidung von Krankheiten und der Abwasserentsorgung ist.

Im Gazastreifen, der eine Bevölkerung von 2,3 Millionen Menschen hat und den Israel unter eine verschärfte Blockade und intensiven Beschuss gestellt hat, wurden nach UN-Angaben etwa 1,7 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen.