Aserbaidschan bestellt Geschäftsträger der russischen Botschaft ins Außenministerium ein

Der russische Geschäftsträger in Baku, Pjotr Wolokowych, wurde in das aserbaidschanische Außenministerium einbestellt, nachdem bei Razzien in der russischen Stadt Jekaterinburg zwei aserbaidschanische Staatsbürger ums Leben gekommen waren.

İHA

Wie das aserbaidschanische Außenministerium mitteilte, wurde der Geschäftsträger der russischen Botschaft in Baku, Pjotr Wolokowych, in das Ministerium einbestellt. Grund dafür ist ein Einsatz des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in der Stadt Jekaterinburg, bei dem am gestrigen Tag zwei Aserbaidschaner getötet, mehrere Personen schwer verletzt und neun weitere festgenommen wurden. Wolokowych wurde der scharfe Protest der aserbaidschanischen Seite bezüglich des Vorfalls übermittelt. Aserbaidschan forderte von der russischen Seite eine Untersuchung des Vorfalls sowie die schnellstmögliche strafrechtliche Verfolgung aller Täter, die Gewalt angewendet haben.

ZWEI BRÜDER KAMEN UMS LEBEN

Bei den Razzien, die am gestrigen Morgen (27. Juni) in der russischen Stadt Jekaterinburg durchgeführt wurden, stand die aserbaidschanischstämmige Familie Seferow im Fokus. Bei den zeitgleichen Durchsuchungen an mehr als 10 Adressen kamen die beiden Brüder Zijaddin und Hüseyin Seferow ums Leben. Infolge des Einsatzes wurden drei Personen schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert, neun weitere wurden festgenommen.

Berichten der aserbaidschanischen Presse zufolge richteten sich die Razzien gegen Wohnungen, in denen die Familie Seferow lebte, die ursprünglich aus der aserbaidschanischen Stadt Ağdam stammt.

STELLUNGNAHME AUS RUSSLAND

In einer Erklärung des russischen Innenministeriums hieß es, die Operation sei im Rahmen von Ermittlungen zu Straftaten durchgeführt worden, die in den vergangenen Jahren in Jekaterinburg begangen wurden. Der Einsatz sei unter Unterstützung der Spezialeinheit für schnelle Eingriffe (SOBR) der russischen Nationalgarde erfolgt. Während mitgeteilt wurde, dass an den Adressen der Festgenommenen Durchsuchungen durchgeführt wurden, gab es keine Informationen zu den Todesfällen während des Einsatzes.