Ausnahmezustand in Rumänien ausgerufen: Alarm wegen Ölkrise

Rumänien hat am 4. August den Ausnahmezustand ausgerufen, nachdem in aus Aserbaidschan geliefertem Rohöl organische Chloride nachgewiesen wurden. Eine Gesamtlieferung von 184.000 Tonnen, die vom Hafen Ceyhan verschifft worden war, wurde storniert, während das Land begann, seinen Kraftstoffbedarf aus Notreserven zu decken.

12punto

Rumänien steht nach dem Fund von organischen Chlorverbindungen in hohem Maße in aus Aserbaidschan geliefertem Rohöl kurz vor einer ernsthaften Kraftstoffkrise. Am 4. August wurde von der Regierung der Ausnahmezustand ausgerufen. Das Energieministerium erklärte, dass die Situation die nationale Kraftstoffsicherheit gefährde.

ERSTE LIEFERUNG STARTETE IN CEYHAN, WURDE IM HAFEN GESTOPPT

Die erste Lieferung von 92.000 Tonnen, die zwischen dem 16. und 18. Juli im türkischen Hafen Ceyhan verladen wurde, wurde bei ihrer Ankunft in Rumänien nach Qualitätskontrollen durch das Unternehmen OMV Petrom gestoppt. Es wurde berichtet, dass bei den Tests ein hoher Anteil an organischem Chlor im Rohöl festgestellt wurde.

Aufgrund dieses Befundes wurde die Lieferung abgelehnt und auch die geplante zweite Lieferung von 92.000 Tonnen wurde storniert. Somit konnten insgesamt 184.000 Tonnen Rohöl nicht nach Rumänien gelangen.

RAFFINERIE BEDROHT, NATIONALE RESERVEN AKTIVIERT

Aufgrund der Kontamination mit organischem Chlor wurde die Öllieferung, die das Petrobrazi-Raffineriezentrum, eines der wichtigsten Energiezentren Rumäniens, erreichen sollte, unterbrochen. Das Energieministerium kündigte an, dass zur Vermeidung eines Stillstands der Raffinerie 80.000 Tonnen Rohöl und 30.000 Tonnen Dieselkraftstoff aus den nationalen Notreserven bereitgestellt werden.

GENEHMIGUNG DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION ERTEILT

Die rumänische Regierung beantragte bei der Europäischen Kommission die Nutzung der Kraftstoff-Notreserven. Mit der Genehmigung der Kommission wurde die vorübergehende Lösung umgesetzt und eine mögliche landesweite Kraftstoffkrise abgewendet.