Australiens Premierminister Albanese setzt sich für Assange ein: Er soll nach Australien zurückkehren
Der australische Premierminister Albanese hat dazu aufgerufen, dass der australische Staatsbürger Assange in seine Heimat zurückkehren darf, und erklärte: "Es ist genug."
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12PUNTO AUSLANDSREDAKTION
Der australische Premierminister Anthony Albanese hat erklärt, es sei an der Zeit, dass der in Großbritannien inhaftierte WikiLeaks-Gründer Julian Assange in seine Heimat Australien zurückkehren könne.
In einem Interview mit dem US-Radiosender Radio Sydney äußerte Albanese, dass Assange, dessen Berufungsverfahren gegen seine Auslieferung an die USA gestern vor dem High Court in London begann, nun nach Australien zurückkehren müsse.
Albanese erklärte, er habe seine Ansichten zu diesem Thema bereits den höchsten Stellen in den USA und Großbritannien mitgeteilt. Er betonte: "Ich habe es privat so deutlich gemacht, wie ich es öffentlich getan habe. Es ist genug, es ist an der Zeit, dass Julian Assange nach Hause zurückkehrt." Damit äußerte er Kritik am laufenden Gerichtsverfahren gegen Assange.
Premierminister Albanese fügte hinzu, dass er regelmäßig mit dem Anwaltsteam von Assange in Kontakt stehe, um eine Strategie für einen positiven Ausgang des Verfahrens zu erarbeiten. Zudem betonte er, dass die Regierung auf diplomatischem Wege mit beiden Ländern kommuniziere und sich um eine Lösung bemühe.
Das australische Parlament hatte in der vergangenen Woche eine Resolution verabschiedet, in der die Rückkehr des australischen Staatsbürgers Assange in sein Heimatland gefordert wurde.
ASSANGES FALL
Die von Assange gegründete Plattform WikiLeaks hatte am 28. Oktober 2010 insgesamt 251.000 geheime Dokumente veröffentlicht, die unter anderem Beweise für Verbrechen der USA im Irak und in Afghanistan enthielten.
Assange wurde am 11. April 2019 aus der ecuadorianischen Botschaft in London, in der er seit Juni 2012 Zuflucht gesucht hatte, herausgeholt, festgenommen und wegen "Verstoßes gegen Kautionsauflagen" in das Londoner Belmarsh-Gefängnis gebracht. Das Gericht verurteilte ihn zu 50 Wochen Haft und ordnete an, dass er auch nach Verbüßung dieser Strafe im Rahmen des Auslieferungsantrags in Haft bleiben müsse. Am 10. Dezember 2021 entschied der Londoner High Court, dass Assange an die USA ausgeliefert werden könne.
Nachdem das Westminster Magistrates' Court am 20. April 2022 die Auslieferung angeordnet hatte, unterzeichnete die damalige Innenministerin Priti Patel am 17. Juni 2022 den Auslieferungsbeschluss an die USA.
Assanges Anwälte legten am 1. Juli 2022 Berufung gegen diese Entscheidung beim High Court ein. Das Berufungsverfahren vor dem High Court hatte gestern begonnen.