Bandenkrise in Ecuador weitet sich aus: 10 Menschen getötet
Nach der Flucht von Jose Adolfo Macias Villamar, bekannt als „Fito“, dem Anführer der Bande Los Choneros, aus dem Gefängnis La Regional in Guayaquil, sind bei Angriffen in dem südamerikanischen Land Ecuador 10 Menschen ums Leben gekommen.
İHA
In dem südamerikanischen Land Ecuador ist das Land ins Chaos gestürzt, nachdem Jose Adolfo Macias Villamar, bekannt als „Fito“, der Anführer der Bande Los Choneros, aus dem Gefängnis La Regional in Guayaquil geflohen ist.
Bandenmitglieder gingen auf die Straße und stürmten gestern Abend während einer Live-Übertragung einen Fernsehsender, wobei sie versuchten, zahlreiche Journalisten und Mitarbeiter als Geiseln zu nehmen. Während 13 Personen von der Polizei, die das Fernsehstudio stürmte, festgenommen wurden, ereigneten sich laut lokalen Quellen bisher mindestens 23 gewaltsame Vorfälle in 8 Provinzen des Landes; zudem brachen in einigen Gefängnissen Aufstände aus. Die Polizei gab bekannt, dass bei den Angriffen in Guayaquil 8 Menschen ihr Leben verloren und 3 verletzt wurden, während in der Stadt Nobol 2 Sicherheitskräfte „brutal“ ermordet wurden. Während bewaffnete Bandenmitglieder mindestens 7 Polizeibeamte als Geiseln nahmen, wurde bekannt, dass Polizeifahrzeuge in Brand gesteckt wurden und es in vielen Städten zu Explosionen kam.
ÜBERFALL AUF UNIVERSITÄT
Es wurde berichtet, dass bewaffnete Angreifer in die Universität von Guayaquil eindrangen und Studenten entführten. Nachdem die Bandenmitglieder den Campus gestürmt hatten, flohen einige Studenten in Panik, während andere in einem Klassenzimmer Stühle und Tische hinter die Tür stellten, um das Eindringen der Angreifer zu verhindern.
Ecuadors Präsident Daniel Noboa rief gestern den 60-tägigen Ausnahmezustand aus. In dem Land, für das eine Ausgangssperre verhängt wurde, wies der Präsident die Armee an, auf die Straße zu gehen und die Kontrolle über die Gefängnisse zu übernehmen. Noboa beauftragte zudem Tausende von Polizeibeamten und Militärpersonal mit der Suche nach dem Bandenführer Villamar.
Die Hafenstadt Guayaquil in der Provinz Guayas, das Zentrum des Drogenhandels im Land, gilt als die gefährlichste Stadt Ecuadors. Nach Regierungsangaben kamen in Ecuador im Jahr 2023 bei gewaltsamen Vorfällen mehr als 8.000 Menschen ums Leben.