Bemerkenswerte Visum-Entscheidung von 11 Ländern

Elf europäische Länder, darunter Polen und Schweden, haben bei der EU-Kommission einen gemeinsamen Antrag auf Verschärfung der Schengen-Visabestimmungen für russische Staatsbürger gestellt.

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Einige Länder in Europa betrachten den Anstieg der Touristenzahlen aus Russland in der aktuellen Phase des Ukraine-Krieges mit Sorge. Polen, Schweden, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, die Niederlande, Norwegen und Island haben in einem gemeinsamen Schreiben an die Europäische Kommission dazu aufgerufen, die Beschränkungen für russische Staatsbürger, die ein Schengen-Visum erhalten, zu verschärfen.

Der vorbereitete Brief wurde an die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, und den für Inneres zuständigen EU-Kommissar, Magnus Brunner, übermittelt. In dem Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass die Toleranz gegenüber russischen Touristen, die in europäischen Ländern Urlaub machen, während der Krieg in der Ukraine andauert, Sicherheitsrisiken und politische Spannungen verschärfen könnte.

Es wurde betont, dass die Visapraxis trotz des 2022 ausgesetzten EU-Russland-Abkommens zur Visumerleichterung zwischen den Mitgliedstaaten nicht vollständig einheitlich und effektiv umgesetzt werde, was eine „erhebliche Lücke“ darstelle. In dem gemeinsamen Schreiben hieß es zudem: „Die Wirksamkeit der EU wird durch Einigkeit und Koordination gestärkt“, und es wurde darauf hingewiesen, dass eine gemeinsame Außenpolitik und Harmonisierung für den Erfolg restriktiver Maßnahmen unerlässlich seien.

Den geteilten Daten zufolge wurden im Jahr 2025 insgesamt 477.878 Schengen-Visa an russische Staatsbürger ausgestellt; die Mehrheit dieser Visa sind Mehrfacheinreisevisa. Die EU-Länder bewerten die hohe Zahl sowie die Möglichkeit, dass insbesondere aus dem Militärdienst zurückkehrende russische Staatsbürger in die Region einreisen, als Sicherheitsbedrohung. Es wurde zum Ausdruck gebracht, dass eine innereuropäische Koordination den Schengen-Raum widerstandsfähiger gegen potenzielle Gefahren machen würde.

Zuletzt wird darüber spekuliert, dass dieser Aufruf der betroffenen Länder dazu führen könnte, dass in Brüssel neue, strengere Schritte bei den Schengen-Visabestimmungen auf die Agenda gesetzt werden.