Biden schreibt Brief an demokratische Kongressmitglieder zu seiner Kandidatur
US-Präsident Joe Biden hat den demokratischen Mitgliedern des Kongresses mitgeteilt, dass er sich nicht aus den Präsidentschaftswahlen im November zurückziehen werde. Er sei entschlossen, "in diesem Rennen zu bleiben und Donald Trump zu besiegen".
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Biden sandte den Brief an die Demokraten im Kongress, nachdem nach seinem Live-Auftritt mit seinem republikanischen Herausforderer Trump am Abend des 27. Juni Forderungen nach einem "Rückzug von der Kandidatur" laut geworden waren.
In dem Schreiben wies Biden Diskussionen über seinen Gesundheitszustand sowie die Rücktrittsforderungen zurück und erklärte: "Trotz aller Spekulationen in der Presse und anderswo möchte ich, dass Sie wissen, dass ich entschlossen bin, in diesem Rennen zu bleiben, es bis zum Ende durchzuziehen und Donald Trump zu besiegen."
Biden rief die Demokraten zur Geschlossenheit auf und hielt fest:
"Es ist an der Zeit, diese Diskussionen zu beenden. Wir haben eine einzige Aufgabe, und die lautet, Donald Trump zu besiegen. Jede Schwächung der Entschlossenheit oder Unklarheit über die anstehende Aufgabe hilft nur Trump und schadet uns."
BIDENS KANDIDATUR WIRD HINTERFRAGT
Unterdessen halten die Diskussionen in den Kulissen der Demokratischen Partei darüber an, ob Biden seine Kandidatur fortsetzen sollte, obwohl er seit der Live-Debatte mehrfach erklärt hat, dass er nicht aus dem Rennen aussteigen werde.
Wie Bidens Wahlkampfmitarbeiter gegenüber CNN erklärten, habe Biden nach der Live-Debatte persönlich Kontakt zu 20 führenden demokratischen Kongressmitgliedern in Washington aufgenommen, darunter demokratische Führungspersönlichkeiten aus Senat, Repräsentantenhaus und Ausschüssen, um sie hinsichtlich ihrer Bedenken zu beruhigen.
Dennoch wurde berichtet, dass sich gestern etwa 6 hochrangige demokratische Kongressmitglieder mit dem Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, getroffen hätten, um ihre Sorgen über Bidens Gesundheitszustand zu äußern und die Forderung zu stellen, seine Präsidentschaftskandidatur aufzugeben.
Es wurde darauf hingewiesen, dass einige dieser Personen als hochrangige demokratische Mitglieder in Unterausschüssen des Kongresses tätig sind.
Die Kongressmitglieder, die sich vor der Live-Debatte, welche die Sorgen um Bidens Gesundheitszustand entfachte, in der Sommerpause befanden, kehren heute nach Washington zurück.
Es wird erwartet, dass die Diskussionen zu diesem Thema bei den Treffen der demokratischen Kongressmitglieder in dieser Woche fortgesetzt werden und die Zahl derjenigen, die Biden zum Rückzug auffordern, steigen könnte.
ERSTER LIVE-AUFTRITT KRITISIERT
Der demokratische US-Präsident Joe Biden und sein republikanischer Herausforderer Donald Trump, die bei der Präsidentschaftswahl am 5. November gegeneinander antreten, waren am Abend des 27. Juni in der ersten Live-Debatte auf CNN aufeinandergetroffen.
Der 81-jährige Biden konnte bei seiner Kandidatur für eine zweite Amtszeit keine Leistung erbringen, die die Sorgen um sein Alter hätte zerstreuen können, und sah sich nach der Sendung heftiger Kritik ausgesetzt. Aus den Reihen der Demokratischen Partei und von einigen Biden unterstützenden Medien war die Forderung laut geworden, er solle sich "von den Präsidentschaftswahlen zurückziehen".
Biden räumte ein, dass sein Gesundheitszustand nicht mehr derselbe sei wie früher, betonte jedoch, dass er weiterhin die beste Alternative gegenüber Trump sei, und erklärte, dass er nicht aus dem Rennen aussteigen werde.
Der demokratische Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses, Lloyd Doggett, hatte am 2. Juli Joe Biden zum "Rückzug aus dem Präsidentschaftsrennen" aufgefordert und war damit das erste demokratische Kongressmitglied, das diesen Schritt vollzog.