Botschaft von Chamenei an die USA
Der iranische Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei erklärte, man stehe den Verhandlungen mit den USA vorsichtig gegenüber und betonte, dass die Zukunft des Landes nicht von diesen Gesprächen abhängig gemacht werden dürfe. Chamenei wies auf Fehler hin, die in der Vergangenheit im Zusammenhang mit dem Atomabkommen gemacht wurden.
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Der religiöse Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, hat sich erstmals öffentlich zum laufenden Verhandlungsprozess mit den USA geäußert. Bei einem Treffen mit hochrangigen Beamten in seiner Residenz in der Hauptstadt Teheran erklärte Chamenei, dass man den Gesprächen zwar nicht hoffnungsvoll gegenüberstehe, sich ihnen aber auch nicht grundsätzlich verschließe.
„Die Verhandlungen mit den USA sind nur eine von vielen diplomatischen Initiativen, die das Außenministerium verfolgt“, sagte Chamenei und betonte, dass die wirtschaftlichen und politischen Probleme des Landes nicht allein von diesen Kontakten abhängig gemacht werden dürften.
„FEHLER DER VERGANGENHEIT DÜRFEN SICH NICHT WIEDERHOLEN“
Der iranische Führer warnte davor, „die strategischen Fehler, die in diesem Prozess gemacht wurden, nicht zu wiederholen“, und verwies dabei insbesondere auf den einseitigen Ausstieg der USA aus dem 2015 unterzeichneten und als „JCPOA“ bekannten Atomabkommen im Jahr 2018.
Chamenei erklärte, dass das Ergebnis der Gespräche mit den USA ungewiss bleibe: „Diese Gespräche können positiv ausgehen, aber auch ergebnislos bleiben. Wir betrachten den Prozess weder zu optimistisch noch zu pessimistisch. Wir sind jedoch gegenüber der Gegenseite äußerst vorsichtig und pessimistisch eingestellt.“
DEUTLICHE BOTSCHAFT DES IRAN AN DIE NACHBARLÄNDER
In seiner Rede ging Chamenei nicht nur auf die Beziehungen zu den USA ein, sondern auch auf die Regionalpolitik des Iran. Er sagte, dass der Ausbau der Beziehungen zu den Nachbarländern sowie die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen in Asien und Afrika die Priorität der Außenpolitik des Landes sein sollten.
DER AKTUELLE STAND DER IRAN-USA-VERHANDLUNGEN
Nachdem die USA 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen waren, hatten sich die bilateralen Beziehungen verschlechtert. Im vergangenen Monat begann jedoch eine neue Welle diplomatischer Kontakte. In dem vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump eingeleiteten Prozess wurde ein direkter Brief an den iranischen Führer Chamenei geschickt, woraufhin der Iran über den Oman antwortete.
Nach dem Briefwechsel fanden am 12. April indirekte Verhandlungen im Oman statt. Beide Seiten bewerteten diese Gespräche als „konstruktiv und positiv“.
GEPLANTES TREFFEN IN ROM WIEDER IN DEN OMAN VERLEGT
Für die zweite Runde der Gespräche war zunächst die italienische Hauptstadt Rom im Gespräch. Nach Beratungen der iranischen Behörden wurde jedoch beschlossen, dass die Parteien erneut im Oman zusammenkommen sollen.
Mit dieser Entwicklung richten sich nun alle Augen auf die zweite Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den USA.