Boykott nach Trumps Grönland-Vorstoß
Die Ambitionen von US-Präsident Donald Trump bezüglich Grönland haben in der dänischen Bevölkerung einen großflächigen Boykott amerikanischer Produkte ausgelöst. Diese in den sozialen Medien wachsende Bewegung hat eine neue Anwendung für den Lebensmitteleinkauf in den Fokus gerückt.
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Die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland den USA anzugliedern, stießen in ganz Dänemark auf heftigen Widerstand. Nach den entstandenen Debatten initiierten die Dänen eine organisierte Bewegung, um keine Produkte US-amerikanischer Herkunft mehr zu kaufen.
Eine auf Facebook gegründete Boykottgruppe erreichte innerhalb kurzer Zeit zehntausende Mitglieder. In Dänemark, das etwa 6 Millionen Einwohner zählt, wächst die Zahl der Verbraucher, die amerikanische Waren meiden wollen, täglich. Ein weiterer Faktor, der die Wirkung des Boykotts verstärkt, ist eine neue mobile Anwendung, die es erleichtert, die Herkunft von Produkten in den Supermarktregalen zu identifizieren.
Die von dem 21-jährigen Jonas Pipper und seinem Freund Malthe Hensberg entwickelte App namens "UdenUSA" ermöglicht es, beim Einkauf zu überprüfen, ob Produkte aus den USA stammen. Nutzer können dank der App jedes beliebige Supermarktprodukt mit ihrem Telefon scannen, um die Herkunftsinformationen bequem einzusehen; zudem schlägt die Anwendung Alternativen europäischer Hersteller vor.
Seit Mittwoch hat die App "UdenUSA" einen Rekord aufgestellt und belegt den ersten Platz der Liste der kostenlosen Downloads im Land. Bereits im vergangenen Jahr gab es in Dänemark ähnliche Boykottaktionen, bei denen einige Supermarktketten Sternchen auf Preisschildern anbrachten, um Produkte aus europäischer Herstellung deutlicher hervorzuheben.
Die endgültigen wirtschaftlichen Auswirkungen des Boykotts sind noch nicht absehbar. Da Dänemark eine im globalen Maßstab kleine Volkswirtschaft besitzt, ist der Anteil der in dem Land konsumierten amerikanischen Lebensmittelprodukte recht gering. Experten sind der Ansicht, dass selbst bei einer breiten Beteiligung die Auswirkungen auf die US-Wirtschaft oder die politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern begrenzt bleiben dürften.
Sascha Raithel, Professor für Marketing an der Freien Universität Berlin, bewertete die Situation wie folgt: "Selbst wenn ein bedeutender Teil der Verbraucher im Land US-Produkte boykottiert, könnte dies wirtschaftlich oder politisch keine starke Wirkung entfalten." Jan Landwehr von der Goethe-Universität merkte an, dass große Boykottbewegungen dann sichtbare Ergebnisse zeigten, wenn die entsprechenden Entscheidungen tatsächlich umgesetzt würden.
Katharina Gangl vom Institut für Entscheidungsprozesse in Märkten in Nürnberg betonte die Rolle von Alternativen bei boykottierten Produkten für das Verbraucherverhalten. Pelle Guldborg, Verhaltensforscher an der Universität Roskilde, erklärte, dass die Reaktionen auf amerikanische Produkte den Zorn der Bevölkerung widerspiegelten: "Die Menschen verfolgen die Nachrichten und sind wütend. Im Zentrum der Debatte stehen derzeit Grönland und wir", sagte er.
Diese organisierte Reaktion der Dänen auf Trumps Grönland-Äußerungen hat sich im Land zu einer Welle entwickelt, die nicht nur die Politik, sondern auch die täglichen Einkaufsgewohnheiten beeinflusst.