Britische Zeitung macht auf Gesundheitsprobleme im Gazastreifen aufmerksam
Eine der führenden Zeitungen Großbritanniens, The Guardian, hat das menschliche Drama im Gazastreifen thematisiert. In dem Bericht des Nahost-Experten Jason Burke wird darauf hingewiesen, dass das Gesundheitssystem im Gazastreifen vollständig zusammengebrochen ist.
Taner Bildik
Die Gesundheitsversorgung im Gazastreifen ist "verschwunden"; nach drei Monaten Krieg ist das medizinische Personal gezwungen, ohne Schmerzmittel Granatsplitter zu entfernen, Amputationen ohne Anästhesie durchzuführen und aufgrund des Mangels an Einrichtungen und Medikamenten mitanzusehen, wie Kinder an Krebs sterben. Die angesehene britische Zeitung The Guardian hat einen Analysebericht veröffentlicht, der aufzeigt, dass die Gesundheitsdienste im Gazastreifen Schwierigkeiten haben, mit den Auswirkungen der anhaltenden israelischen Angriffe und der akuten humanitären Krise fertig zu werden, was Zehntausende Opfer fordert.
Zehntausende Menschen im Gazastreifen, die an chronischen, lebensbedrohlichen Krankheiten leiden, wurden monatelang nicht behandelt und sind nun, wie Ärzte berichten, aufgrund von Mangelernährung, Kälte und Erschöpfung "wehrlos". In einem dem Guardian geschilderten Fall wird berichtet, dass ein Kind mit einer Gehirnerkrankung starb, kurz bevor ein Team der Vereinten Nationen es mit lebenswichtigen Medikamenten erreichen konnte.
Krebsexperten, die mit dem Guardian sprachen, erklärten, dass sie Patienten, die dringend behandelt werden müssen – darunter Kinder mit Leukämie oder Tumoren, die lebensrettende chirurgische Eingriffe benötigen –, nicht helfen können.
Dr. Subhi Sukeyk, Generaldirektor für Onkologie im Gazastreifen und Generaldirektor des Türkisch-Palästinensischen Freundschaftskrankenhauses in Gaza-Stadt, sagte: "Wir haben ihnen nichts zu geben. Wir können keine Operationen durchführen und haben keinerlei Medikamente." Die onkologische Hauptabteilung des Krankenhauses musste Anfang November schließen.
Dem Bericht der Zeitung zufolge sind von den 36 Krankenhäusern im Gazastreifen nur noch 15 in Betrieb, und nur drei davon sind unbeschädigt.
Informationen zufolge breiten sich Krankheiten aufgrund der Überfüllung und der unhygienischen Bedingungen rasch aus.
Die Zeitung machte zudem durch die Veröffentlichung von Interviews, die die Geschehnisse in Palästina schildern, auf die Gefahr für das Gesundheitssystem aufmerksam.