Cyber-Erpressung gegen Berliner Verwaltung: Lösegeldforderung von 2 Millionen Euro

Die Gruppe namens Rhysida soll Daten aus Berliner Systemen gestohlen haben und droht damit, die Informationen im Darknet zu versteigern, falls keine Zahlung erfolgt.

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Ein Cyberangriff auf öffentliche Systeme in der deutschen Hauptstadt Berlin hat zu Störungen bei kommunalen Dienstleistungen und einer Lösegeldkrise geführt. Wie der „Spiegel“ berichtet, behauptet die Hacker-Gruppe Rhysida, in die städtischen Systeme eingedrungen zu sein und etwa 5,79 Terabyte an Daten erbeutet zu haben.

Es wurde gemeldet, dass die Gruppe vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, ein Lösegeld in Höhe von etwa 2 Millionen Euro, entsprechend 30 Bitcoin, fordert. Die Hacker drohten damit, die angeblich gestohlenen Daten innerhalb von sieben Tagen im Darknet zu versteigern, sollte die Zahlung nicht erfolgen.

Nach dem Cyberangriff in Berlin wurden einige kommunale Systeme aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.

SYSTEME ABGESCHALTET, ZAHLUNGEN VERZÖGERT

Der erste Datendiebstahl soll zwischen dem 7. und 12. August stattgefunden haben; am 14. August wurden die Netzwerke zweier Abteilungen aus Sicherheitsgründen vollständig abgeschaltet. Aufgrund der Unterbrechung kam es in der Hauptstadt tagelang zu Verzögerungen bei Anträgen auf Wohngeld und entsprechenden Auszahlungen.

Mit der Ausweitung der Ermittlungen wurden auch in den Verkehrs- und Umweltbehörden neue Datenlecks festgestellt. In einer Erklärung des Bürgermeisteramtes hieß es: „Die Möglichkeit, dass auch personenbezogene Daten oder andere nicht öffentliche Daten betroffen sein könnten, kann nicht ausgeschlossen werden.“

Dem Bericht zufolge behaupten die Hacker, im Besitz von Verträgen, Geheimhaltungsvereinbarungen, Personalakten, Passwörtern und Tausenden persönlichen Kontaktdaten zu sein. Die Gruppe Rhysida soll Verbindungen nach Russland und Osteuropa haben und wird auch mit einem früheren Cyberangriff auf das British Museum in Verbindung gebracht.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, erklärte, dass man sich der Lösegeldforderung nicht beugen werde.

Kai Wegner wies die Lösegeldforderung zurück und erklärte: „Berlin lässt sich nicht erpressen.“ Wegner teilte mit, dass die Landespolizei, die Staatsanwaltschaft und die föderalen Sicherheitsbehörden mit höchster Priorität an der Ergreifung der Täter arbeiteten und die Untersuchungen zum Umfang der abgeflossenen Daten andauerten.

Die Innensenatorin Iris Spranger, die sich zu dem Angriff etwa einen Monat vor den Wahlen äußerte, betonte, dass die Wahlinfrastruktur in Berlin nicht gefährdet sei. Während die Ermittlungen andauern, wird beobachtet, welche Schritte die Hacker-Gruppe nach Ablauf der gesetzten Frist unternehmen wird.