Debatte um große Tech-Konzerne in den USA: Treiben sie die Kosten 'absichtlich' in die Höhe?
Lina Khan, die jüngste Vorsitzende der Federal Trade Commission (FTC), hatte im vergangenen Jahr auf die Bedrohungen hingewiesen, die große Technologieunternehmen für die USA darstellen. Khan, die die KI-Industrie kritisierte, wurde nach dem Amtsantritt von Donald Trump am 20. Januar entlassen. Das kostengünstige neue Modell eines chinesischen KI-Unternehmens hat Khans Thesen nun wieder in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt.
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Lina Khan, die zwischen 2021 und 2025 als FTC-Vorsitzende amtierte, vertrat die Ansicht, dass große Technologie-, Pharma- und Lebensmittelkonzerne stärker kontrolliert werden müssten. Khan, die mit 31 Jahren an die Spitze der FTC trat, hatte während ihrer vierjährigen Amtszeit zahlreiche Großkonzerne im Namen der USA verklagt. In fast allen von Khan angestrengten Verfahren wurden die Unternehmen zu Entschädigungszahlungen oder anderen Strafen verurteilt. Das KI-Modell R1, das vom chinesischen Unternehmen DeepSeek mit Kosten von 5,5 Millionen Dollar entwickelt wurde, hat Lina Khans Thesen zur Technologiebranche erneut auf die Tagesordnung gesetzt.
Letzte Woche hatte US-Präsident Donald Trump der KI-Industrie Investitionen in Höhe von 500 Milliarden Dollar zugesagt. Nach Trumps Vorstoß rückte die in China entwickelte KI-Engine R1 in den Fokus der Weltpresse.
R1 erwies sich mit einem Budget von 5,5 Millionen Dollar als ein KI-Modell, das mit dem milliardenschweren Chat GPT vergleichbar ist. Nach dieser Entwicklung begannen die US-Amerikaner, die für die KI-Industrie aufgewendeten Budgets zu hinterfragen.
Die ehemalige FTC-Vorsitzende Khan hatte argumentiert, dass Technologieunternehmen wie TicketMaster, Nvidia, Meta, Microsoft, Apple und Amazon die US-Wirtschaft destabilisieren könnten. Laut Khan würden Technologieunternehmen ihre Kosten bewusst in die Höhe treiben, was zu steigenden Ausgaben für Technologieinvestitionen in den USA führe.
Die ehemalige FTC-Vorsitzende Lina Khan
SIE HATTE VOR DER KI-INDUSTRIE GEWARNT
Khan stand auch der KI-Industrie skeptisch gegenüber. Sie forderte eine Regulierung der Künstlichen Intelligenz und behauptete, dass die Branche, die sie als gesellschaftliches und politisches Risiko betrachtete, unkontrolliert wachse.
Mit dem Bekanntwerden der Kosten von R1 und Chat GPT in den USA sind Khans Ideen erneut zum Gegenstand der Debatte geworden. Demokratische Kongressabgeordnete und einige KI-Experten riefen unter Verweis auf Khans Erklärungen die Justiz zum Handeln auf.
Im Gegensatz dazu versprach die Trump-Regierung, die Kontrollen eher zu lockern als zu verschärfen. Laut Trump muss die KI-Industrie staatlich unterstützt werden. Der US-Präsident bezeichnet diese Unterstützung als 'äußerst wichtig' für die Zukunft des Landes.
Der US-Milliardär Elon Musk hatte Khan in seinen Social-Media-Beiträgen häufig angegriffen. Die FTC unter Khans Vorsitz hatte auch verschiedene Klagen gegen Musks Unternehmen eingereicht