Deutsche Ministerin: 'Wir haben ein Problem mit Muslimfeindlichkeit in Deutschland'
Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat erklärt, dass es in Deutschland ein Problem mit Muslimfeindlichkeit gibt.
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Faeser wies bei der heutigen Deutschen Islam Konferenz darauf hin, dass der im Juni veröffentlichte Bericht der „Unabhängigen Expertenkommission Muslimfeindlichkeit“ belege, dass jeder zweite Mensch im Land Aussagen zustimme, die „muslimfeindlich“ seien.
BERATUNGSANGEBOTE WERDEN AUSGEBAUT
„Wir haben auch in Deutschland ein Problem mit Muslimfeindlichkeit“, sagte Faeser und betonte, man gehe davon aus, dass die Angriffe auf Muslime weit über den offiziellen Zahlen des Berichts lägen. In diesem Zusammenhang kündigte Faeser an, dass die Möglichkeiten zur Dokumentation von Muslimfeindlichkeit sowie die Beratungsstellen ausgebaut werden sollen.
''NULL TOLERANZ GEGENÜBER ANDEREN FORMEN DER MENSCHENFEINDLICHKEIT''
Faeser erklärte, man werde auch die Möglichkeiten zum Schutz und zur Unterstützung der von Muslimfeindlichkeit Betroffenen verbessern. „Die Bedrohung für viele Muslime in Deutschland, im Alltag Opfer muslimfeindlicher Angriffe zu werden, ist real. Das hat für das Sicherheitsgefühl verheerende Folgen. Das können wir nicht hinnehmen“, sagte sie.
Faeser betonte, dass jeder Mensch in Deutschland das Recht habe, in Sicherheit zu leben, und fügte hinzu: „Gegen Muslimfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit muss mit Null Toleranz vorgegangen werden.“
''RECHTSEXTREMISMUS IST EINE GROSSE GEFAHR FÜR UNS ALLE''
Faeser betonte, dass die Gesellschaft nicht gespalten werden dürfe: „Rechtsextremismus bleibt eine der größten Bedrohungen für uns alle und unsere Demokratie. Wir müssen die Gefahrenpotenziale sehr ernst nehmen.“
Ministerin Faeser erklärte, dass der Konflikt im Nahen Osten nicht auf die deutschen Straßen getragen werden dürfe, und betonte, man werde alles daransetzen, um zu verhindern, dass sich der Konflikt im Land in Gewalt entlade.
Faeser betonte, dass der Umgang mit Muslimfeindlichkeit und Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft wichtige Themen seien. Sie bekräftigte, dass der Schutz Israels, der Kampf gegen Antisemitismus und der Schutz von Juden im Land deutsche Staatsräson seien.
Faeser rief dazu auf, gemeinsam gegen Antisemitismus zu kämpfen, und betonte, dass unter diesem Vorwand keine Stimmung gegen Muslime geschürt werden dürfe.
Ministerin Faeser appellierte zudem an die muslimischen Verbände, den Kampf gegen Antisemitismus sichtbar fortzusetzen.
Die diesjährige Deutsche Islam Konferenz fand unter dem Titel „Gesellschaftlicher Zusammenhalt und demokratische Teilhabe: Kampf gegen Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung“ statt.
Im Rahmen der zweitägigen Konferenz werden verschiedene Panels abgehalten.
Die Deutsche Islam Konferenz wurde 2006 ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen der deutschen Regierung und den Muslimen zu fördern.