Deutsches Verteidigungsministerium: Voraustrupp stationiert

Das deutsche Verteidigungsministerium gab bekannt, dass nach einer Unterstützungsanfrage Belgiens aufgrund der in den letzten Tagen zunehmenden Drohnenaktivitäten eine Einheit der Luftwaffe entsandt wurde. „Ein Voraustrupp der Luftwaffe ist zur Drohnenabwehr in Belgien stationiert worden“, hieß es.

12punto

Nach Polen, Rumänien, Estland und Dänemark hat nun auch Belgien, wo die Drohnenaktivitäten über dem eigenen Staatsgebiet zugenommen haben, um Unterstützung aus Deutschland gebeten.

In einer Erklärung des deutschen Verteidigungsministeriums wurde mitgeteilt, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius und Generalinspekteur Carsten Breuer auf Ersuchen Belgiens beschlossen haben, dass die Bundeswehr Belgien mit sogenannten C-sUAS-Systemen (Counter-small Unmanned Aircraft Systems) unterstützt.

In diesem Rahmen wurde mitgeteilt, dass ein Voraustrupp der deutschen Luftwaffe in Belgien eingetroffen ist, um die Lage zu bewerten und die vorübergehende Stationierung von Drohnenerkennungs- und Abwehrkapazitäten mit den belgischen Streitkräften zu koordinieren.

In der Erklärung wurde zudem darauf hingewiesen, dass die gesamte Einheit in Kürze in Belgien stationiert werden soll. Die Unterstützungsoperation wird nicht nur als Ausdruck der engen sicherheitspolitischen Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses gewertet, sondern auch als Zeichen der Solidarität unter europäischen Partnern bei der Bewältigung hybrider Bedrohungen und zur Stärkung der Handlungsfähigkeit.

DROHNENAKTIVITÄTEN IN BELGIEN ZUGENOMMEN

In Belgien wurden erstmals am 3. Oktober Drohnenaktivitäten über dem militärischen Ausbildungslager Elsenborn festgestellt, woraufhin das Verteidigungsministerium eine Untersuchung einleitete.

Am 25. Oktober wurden mindestens vier Drohnen über dem Militärstützpunkt König Albert in Marche-en-Famenne in der Wallonie gesichtet. In der Nacht vom 1. November auf den Abend des 2. November wurden zudem drei beziehungsweise vier Drohnen über dem Luftwaffenstützpunkt Kleine Brogel beobachtet, der sowohl für nationale als auch für NATO-Operationen genutzt wird.

Nachdem am Abend des 3. November Drohnen in der Umgebung des Flughafens Brüssel entdeckt wurden, musste der Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt werden.