Deutschlands Aufrüstungsoffensive im Wert von 377 Milliarden Euro

Laut deutschen Regierungsdokumenten, die Politico vorliegen, hat die Berliner Regierung ein Budget von 377 Milliarden Euro für 320 neue Verteidigungsprojekte vorbereitet, die Land-, Luft-, See-, Weltraum- und Cyberstreitkräfte umfassen. Der Plan zielt darauf ab, Deutschland zur stärksten Armee Europas zu machen.

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Wie die US-amerikanische Zeitung Politico unter Berufung auf Dokumente der deutschen Regierung berichtet, plant Berlin die Einleitung von 320 neuen Verteidigungsprojekten mit einem Gesamtbudget von 377 Milliarden Euro. Das Programm ist so konzipiert, dass es Land-, Luft-, See-, Weltraum- und Cyberstreitkräfte abdeckt.

Es wurde berichtet, dass der erstellte Plan darauf abzielt, Deutschland im Zuge des Aufrüstungsprozesses zur „führenden Militärmacht Europas“ zu machen.

RIESIGE FINANZMITTEL FÜR DIE RÜSTUNGSINDUSTRIE

Nach Informationen von Politico ist vorgesehen, dass etwa die Hälfte der Verteidigungsprojekte an die deutsche Rüstungsindustrie vergeben wird.

In diesem Rahmen:

wird das Unternehmen Rheinmetall Panzer, Munition und Luftverteidigungssysteme liefern,

wird die Firma Diehl Defence IRIS-T-Raketen bereitstellen.

Zudem wurde erklärt, dass ein umfassendes Budget für Satellitensysteme, unbemannte Luftfahrzeuge und maritime Programme bereitgestellt wurde. Etwa 14 Milliarden Euro an Mitteln werden in Projekte für erdnahe Netzwerke zur militärischen Kommunikation fließen.

AUCH F-35 UND TOMAHAWK-RAKETEN IM PLAN

In den Dokumenten ist vermerkt, dass Deutschland plant, auch in den USA hergestellte F-35-Kampfjets und Tomahawk-Marschflugkörper zu beschaffen. Für die Umsetzung der groß angelegten Ausschreibungen wird die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages erforderlich sein.

Es wurde darauf hingewiesen, dass die Berliner Regierung über das nach Beginn des Ukraine-Krieges geschaffene Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro hinaus neue Haushaltsregelungen getroffen hat.

ZIEL: „STÄRKSTE ARMEE EUROPAS“

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte in einer Rede im vergangenen Mai versprochen, die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas zu machen.

In dem Bericht hieß es, die deutsche Regierung strebe an, die Armee bis 2029 kriegstüchtig zu machen, wobei sie sich auf Sicherheitsbedrohungen berufe, die angeblich von Russland ausgehen.

SCHARFE REAKTION AUS MOSKAU

Der russische Außenminister Sergei Lawrow bezeichnete den Plan Deutschlands als „einen Unsinn, den der Westen erfunden hat, um seine Verteidigungsausgaben zu erhöhen“. Lawrow warf Deutschland vor, erneut danach zu streben, die „wichtigste Militärmacht Europas“ zu werden.

Lawrow behauptete zudem, dass die Europäische Union in eine Struktur abgleite, die einem „Vierten Reich“ ähnele.

RÜSTUNGSDEALS VOR ANKARA-BESUCH AUF DER AGENDA

Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Waffenlieferant der Ukraine. Berlin hatte Leopard-Panzer an die Ukraine geliefert.

Bundeskanzler Friedrich Merz wird am 30. Oktober nach Ankara reisen, um sich mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu treffen. Bei dem Treffen wird erwartet, dass Themen der Zusammenarbeit mit der Türkei in den Bereichen Verteidigungsindustrie und Luftstreitkräfte erörtert werden.

Die Berliner Regierung hatte nach dem von der Türkei mit Großbritannien unterzeichneten Eurofighter-Abkommen auch den Verkauf von 40 Eurofighter-Typhoon-Kampfjets genehmigt. Es wurde berichtet, dass 20 dieser Flugzeuge aus Großbritannien und 20 aus Deutschland geliefert werden sollen.