Die jährliche Miete in diesem Viertel beträgt nur 43 TL

Um in der historischen Fuggerei in Augsburg wohnen zu können, muss man bedürftig, katholisch und mit der Stadt verbunden sein.

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Die Fuggerei in der deutschen Stadt Augsburg zieht mit ihrer symbolischen Mietpraxis, die sich seit über 500 Jahren nicht verändert hat, die Aufmerksamkeit auf sich. Die Bewohner des Viertels, das als die älteste Sozialsiedlung der Welt gilt, zahlen als jährliche Kaltmiete lediglich 88 Cent, was etwa 43 TL entspricht.

Die Fuggerei wurde 1521 von dem wohlhabenden Kaufmann Jakob Fugger für bedürftige katholische Bürger gegründet und bewahrt bis heute ihren Charakter als Sozialsiedlung. Die von Mauern umgebene historische Wohnanlage besteht aus 67 Häusern und 142 Wohnungen und bietet etwa 150 Menschen ein Zuhause.

Die in der Siedlung erhobene Miete basiert auf dem heutigen Nennwert des bei der Gründung festgelegten einen Rheinischen Guldens. Aus diesem Grund bleibt die jährliche Kaltmiete der Fuggerei-Bewohner unter heutigen Bedingungen ein nahezu rein symbolischer Betrag.

Das Leben in der Fuggerei unterliegt anderen Regeln als bei herkömmlichen Sozialwohnungsbewerbungen. Die Kandidaten müssen nachweislich bedürftig sein, dem katholischen Glauben angehören und einen direkten Wohnsitz oder Lebensbezug zur Stadt Augsburg haben.

Als Teil der historischen Tradition der Siedlung wird von den Bewohnern zudem erwartet, dass sie täglich dreimal für die Stifterfamilie Fugger beten.