Dilek İmamoğlu bewertet die Ereignisse für The Economist: „Das Gewissen lässt sich nicht einsperren“
Dilek İmamoğlu, Ehefrau des Bürgermeisters von Istanbul und Präsidentschaftskandidaten der CHP, Ekrem İmamoğlu, hat einen Artikel für das Magazin The Economist verfasst. Darin betont sie, dass das Gerichtsverfahren gegen Ekrem İmamoğlu zu einem Symbol für die demokratische Erosion in der Türkei geworden sei.
12punto
12punto AUSLANDSREDAKTION
Dilek İmamoğlu hat einen Artikel für The Economist geschrieben, in dem sie die Inhaftierung ihres Ehemannes Ekrem İmamoğlu kritisiert. In dem Beitrag mit dem Titel „Die Ehefrau von Ekrem İmamoğlu beschreibt, wie seine Inhaftierung einen Bürgermeister in Bewegung versetzte“ vertritt Dilek İmamoğlu die Ansicht, dass der AKP-Vorsitzende und Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Demokratie nicht besiegen könne, indem er einen Präsidentschaftskandidaten ins Gefängnis stecke.
Dilek İmamoğlu erklärte, dass die Inhaftierung ihres Mannes am 19. März eine große Reaktion in der Gesellschaft ausgelöst habe. In dem Text wird darauf hingewiesen, dass die Türkei mit Problemen wie einer Wirtschaftskrise, dem Zusammenbruch des Rechtssystems und politischem Druck konfrontiert sei.
„DAS VOLK HAT 'GENUG' GESAGT“
Dilek İmamoğlu ging auf die Prozesse nach dem Sieg von Ekrem İmamoğlu bei den Kommunalwahlen 2019 ein und schrieb: „Dass die CHP bei den Kommunalwahlen 2024 die stärkste Partei wurde, ist ein Zeichen dafür, dass das Volk nun 'genug' gesagt hat.“
İmamoğlu merkte an, dass Diffamierungskampagnen und rechtliche Hindernisse eingesetzt wurden, um die Präsidentschaftskandidatur ihres Mannes zu verhindern, und fügte hinzu:
„Zuletzt wurde versucht, seine Kandidatur zu blockieren, indem sein vor 31 Jahren erworbenes Universitätsdiplom für ungültig erklärt wurde.“
„DIE INHAFTIERUNG HAT DAS VOLK MOBILISIERT“
Dilek İmamoğlu argumentierte, dass „die Inhaftierung und Amtsenthebung von Ekrem İmamoğlu darauf abzielten, den Präsidentschaftskandidaten und das Volk einzuschüchtern“. Sie wies darauf hin, dass dieser Schritt „genau den gegenteiligen Effekt“ erzielt habe und ergänzte:
„Menschen in der ganzen Türkei sind in Bewegung geraten. Unabhängig von politischer Gesinnung, Alter oder Geschlecht sehen Millionen diesen Prozess als Wendepunkt für die Demokratie. Ekrem's Fall ist mittlerweile zum Symbol für den Zusammenbruch der Rechtsstaatlichkeit, die Einschränkung der Meinungsfreiheit und die Entfremdung zwischen den Regierenden und dem Volk geworden.“
„IDEEN KÖNNEN NICHT DURCH HAFT ZUM SCHWEIGEN GEBRACHT WERDEN“
İmamoğlu erklärte, dass die Türkei mit wirtschaftlichen und politischen Krisen kämpfe, die Inflation das Volk verarme, das Bildungssystem zusammengebrochen sei und junge Menschen das Land verließen. Sie betonte jedoch, dass „trotz alledem die Hoffnung in der Gesellschaft wachse“ und „die Stärkung der CHP ein Zeichen für den Wunsch nach Veränderung sei“.
Dilek İmamoğlu erklärte, dass sie den Kampf nicht aufgeben würden, und schloss mit den Worten:
„Ekrem İmamoğlu erhielt bei der Vorwahl der CHP die Unterstützung von mehr als 15 Millionen Menschen. Das ist die Stimme von Millionen, die eine faire Verwaltung fordern. Individuen ins Gefängnis zu stecken, bringt keine Ideen zum Schweigen. Gerechtigkeit kann nicht verboten werden, das Gewissen lässt sich nicht einsperren. Die Türkei hat dunkle Zeiten durchlebt und wird auch diesen Prozess mit ihrem demokratischen Willen überwinden.“