Drei wegen sexueller Belästigung angeklagte Offiziere in Japan verurteilt

Nachdem Rina Gonoi, die 2021 von drei Offizieren der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte sexuell belästigt und gedemütigt wurde, ihre Erlebnisse auf YouTube öffentlich machte, wurde eine neue Untersuchung eingeleitet. Die drei zuvor freigesprochenen Offiziere wurden nun verurteilt.

Reyhan Küçük

Dass eine ehemalige Soldatin ihre Geschichte öffentlich machte, brach ein jahrelanges Tabu und führte dazu, dass viele ähnliche Fälle ans Licht kamen.

Das Bezirksgericht Fukushima in Japan hat in einem der aufsehenerregendsten Fälle des Landes ein neues Urteil gefällt. Die drei Offiziere, die in demselben Fall zuvor freigesprochen worden waren, wurden nach einer erneuten Verhandlung wegen sexueller Belästigung verurteilt.

Rina Gonoi, die 2021 von drei Offizieren der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte sexuell belästigt und gedemütigt wurde, hatte trotz ihrer Anzeige zunächst einen Freispruch für die beschuldigten Offiziere hinnehmen müssen.

Nach diesem Vorfall verließ Gonoi die Armee und startete eine Petition, um gegen sexuelle Belästigung zu kämpfen, und machte ihre Erlebnisse auf YouTube öffentlich.

Dass der Vorfall internationale Aufmerksamkeit erregte, übte Druck auf das Verteidigungsministerium aus und zwang dieses dazu, eine allgemeine Untersuchung zu Fällen sexueller Belästigung einzuleiten.

Das Gericht befand die Offiziere für schuldig und verhängte eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Obwohl sie aufgrund ihrer Aussagen Drohungen und Demütigungen ausgesetzt war, ist es ein großer Erfolg, dass Gonoi durch ihren Mut dazu beitragen konnte, mehr als 100 weitere Fälle sexueller Belästigung aufzudecken.

In Anbetracht der Tatsache, dass sexuelle Belästigung in Japan immer noch ein Tabuthema ist, wird davon ausgegangen, dass diese Zahlen nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

Denn in geschlossenen Gemeinschaften verwandeln sich konservative Muster, die bei den Opfern Schamgefühle hervorrufen, in den Händen der Täter in mächtige Waffen. Die Tabus, die die Opfer zum Schweigen bringen, liefern den Tätern ständig neue Opfer, da diese sich in der Sicherheit wiegen, niemals zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Titelbild: Serra Akcan / csgorselarsiv.org