Drohung aus afrikanischem Land gegen die Türkei
Muhoozi Kainerugaba, Sohn des ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni und Kommandeur der Spezialeinheiten des Landes, hat mit drohenden Äußerungen gegenüber Ankara die Auslieferung des in der Türkei lebenden Oppositionellen Fred Kajubi Lumbuye gefordert. Kainerugaba erklärte, er werde den türkischen Botschafter in Kampala ausweisen, sollte Lumbuye nicht überstellt werden.
12punto
Muhoozi Kainerugaba, der in den letzten Wochen durch seine Äußerungen in den sozialen Medien für Aufsehen sorgte, hatte bereits Anfang April mit Beiträgen über die Türkei Empörung ausgelöst. Zu den Forderungen von General Kainerugaba gehörten unter anderem die Zahlung von einer Milliarde US-Dollar durch die Türkei sowie die Forderung nach der „schönsten Frau der Türkei“ als Ehefrau. Nachdem er diese Beiträge nach heftigen Reaktionen gelöscht hatte, sorgte Kainerugaba nun mit neuen Drohungen für weitere Spannungen.
In einer Nachricht, die er heute Morgen über sein Social-Media-Konto verbreitete, schrieb Kainerugaba: „Ich werde bald mit der Türkei abrechnen... Sie müssen uns Lumbuye sofort ausliefern. Andernfalls werde ich ihren nutzlosen Botschafter ausweisen!“ In einem weiteren Beitrag verwendete er zudem beleidigende Sprache gegenüber Türken. Er bekräftigte seine Drohung mit den Worten: „Ich habe keine Angst vor ihnen, sie sollten Angst vor uns haben.“
WER IST LUMBUYE UND WARUM WIRD ER GESUCHT?
Fred Kajubi Lumbuye, dessen Auslieferung Kainerugaba fordert, ist eine in Uganda bekannte Persönlichkeit, die für ihre Kritik an der Regierung und ihre oppositionelle Haltung bekannt ist. Gegen Lumbuye, der 2013 in der Türkei politisches Asyl beantragte, liegen in Uganda mehr als 20 Anklagen und Haftstrafen vor. Nachdem er sich in der Türkei niedergelassen hatte, setzte er seine oppositionellen Aktivitäten von dort aus fort. Im Jahr 2021 wurde Lumbuye in der Türkei festgenommen und von der Migrationsbehörde nach Uganda abgeschoben.
Von Lumbuye fehlt jedoch seit etwa fünf Jahren jede Spur. Während seine Unterstützer vermuten, dass er in Uganda von der Regierung getötet worden sein könnte, behauptete Muhoozi Kainerugaba in seiner jüngsten Erklärung, dass Lumbuye sich immer noch in der Türkei aufhalte. Dies hat den Verlauf des Falls weiter verkompliziert.
Diese Äußerungen gegenüber der Türkei haben sowohl in Ankara als auch international Aufmerksamkeit erregt. Der HDP-Abgeordnete für Kocaeli, Ömer Faruk Gergerlioğlu, reichte eine parlamentarische Anfrage an die Große Nationalversammlung der Türkei bezüglich des Verbleibs von Lumbuye ein. Unterdessen haben die Anwälte von Lumbuye beim ugandischen Obersten Gerichtshof einen Antrag gestellt, ihren Mandanten „tot oder lebendig“ zu finden, mit der Begründung, er werde in Uganda rechtswidrig festgehalten.