Ein weiteres Kind im Gazastreifen verhungert

Im Gazastreifen, wo die israelische Armee seit acht Monaten ihre Angriffe fortsetzt und durch die Schließung der Grenzübergänge die humanitäre Hilfe einschränkt, ist ein weiteres Kind an den Folgen von Hunger gestorben.

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Wie die offizielle palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete, starb der 13-jährige Abdulkadir es-Serhi im Al-Aqsa-Märtyrer-Krankenhaus in Deir al-Balah im Zentrum des Gazastreifens an den Folgen von Unterernährung und Dehydrierung.

In dem Bericht wurde betont, dass die Zahl der durch Hunger verstorbenen Menschen im Gazastreifen auf 37 gestiegen ist.

Es wurde darauf hingewiesen, dass die genannte Zahl "nur diejenigen umfasst, die die Krankenhäuser erreicht haben", und hinzugefügt: "Dutzende Menschen sterben still und leise an Hunger, ohne die Krankenhäuser erreichen zu können."

Es wurde hervorgehoben, dass sich die "gesundheitliche Lage im Gazastreifen von schlecht zu katastrophal" entwickelt habe, nachdem die israelische Armee ihre Angriffe auf die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens ausgeweitet und alle Krankenhäuser außer Betrieb gesetzt habe.

Am 30. Mai war in der Stadt Deir al-Balah das sieben Monate alte palästinensische Baby Fayiz Ebu Ataya aufgrund von Unterernährung und mangelnder medizinischer Versorgung gestorben.

Die israelische Armee hatte am 6. Mai angekündigt, dass bestimmte Stadtteile im Osten von Rafah, in denen vertriebene Palästinenser Zuflucht gesucht hatten, geräumt werden müssten.

Daraufhin gab die israelische Armee am 7. Mai den Beginn einer Bodenoffensive in der Region Rafah bekannt und erklärte, die Kontrolle über die palästinensische Seite des Grenzübergangs zu Ägypten übernommen zu haben.

Der Grenzübergang Rafah, das einzige Tor des Gazastreifens zur Außenwelt, ist seit dem Beginn der israelischen Besetzung in diesem Gebiet am 7. Mai geschlossen.

Der Internationale Gerichtshof (IGH), das höchste Rechtsorgan der Vereinten Nationen, hatte am 24. Mai in seinen vorläufigen Maßnahmen angeordnet, dass Israel seine Angriffe auf Rafah unverzüglich einstellen, humanitäre Hilfe nicht behindern und UN-Ermittlern den Zugang zum Gazastreifen zur Untersuchung der Vorwürfe gewähren müsse.

Das Gesundheitsministerium in Gaza hatte am 28. Mai bekannt gegeben, dass in Rafah außer dem Entbindungskrankenhaus Tel es-Sultan kein Krankenhaus mehr in Betrieb sei.

Bei den israelischen Angriffen auf den Gazastreifen seit dem 7. Oktober wurden mindestens 36.284 Palästinenser getötet, darunter mindestens 15.328 Kinder und 10.171 Frauen; 82.057 Menschen wurden verletzt.