Er hatte Putin besucht: EU reagiert auf Ungarn

Die Europäische Union (EU) hat Ungarn das Recht entzogen, das informelle Treffen der Außen- und Verteidigungsminister im nächsten Monat auszurichten, nachdem der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán Russland besucht hatte. Die Treffen werden nun in Brüssel stattfinden.

İHA

Die Nachwirkungen des Besuchs des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in Russland unter dem Namen „Friedensmission“ halten an. Als Reaktion auf Orbáns Besuch hat die Europäische Union (EU) das für den 28. bis 30. August in Ungarn geplante informelle Treffen der Außen- und Verteidigungsminister nach Brüssel verlegt.

Der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, erklärte, dass die Handlungen Ungarns Konsequenzen haben müssten, und betonte: „Wir müssen ein Zeichen setzen, auch wenn es symbolisch ist.“ Borrell teilte mit, dass 25 der 26 Mitgliedstaaten die Entscheidung unterstützten, die Treffen von Ungarn nach Brüssel zu verlegen, und sagte: „Ich halte es für angemessen, die nächsten Treffen der Außen- und Verteidigungsminister in Brüssel abzuhalten.“

In der 27 Mitglieder zählenden EU unterstützte von den 26 Ländern lediglich die Slowakei Ungarn.

Die für nächsten Monat geplanten Treffen hätten eigentlich unter der Schirmherrschaft Ungarns stattfinden sollen, das am 1. Juli die „EU-Ratspräsidentschaft“ übernommen hatte.

ORBÁNS UMSTRITTENE „FRIEDENSMISSION“

Nachdem Ungarn am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernommen hatte, startete Ministerpräsident Orbán eine Friedensmission für die Ukraine. Er traf am 2. Juli in Kiew den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, am 5. Juli in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin und am 8. Juli in Peking den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping.

EU-Spitzenpolitiker hatten erklärt, dass Orbán für seinen Besuch in Moskau kein Mandat aus Brüssel erhalten habe und die EU nicht vertrete.