Estlands gewagter Plan: Militärbunker entlang der russischen Grenze

Während der Krieg zwischen Russland und der Ukraine andauert, haben die baltischen Staaten Maßnahmen gegen Russland ergriffen. Lettland, Litauen und Estland haben aufgrund wachsender Sicherheitsbedenken beschlossen, eine gemeinsame Verteidigungszone an den Grenzen zu Russland und Belarus zu schaffen.

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Die Verteidigungsminister von Lettland, Litauen und Estland, die sich am vergangenen Freitag trafen, einigten sich auf die Errichtung von „präventiven Verteidigungsanlagen“ an den Grenzen zu Russland und Belarus. Zudem beschlossen sie, die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Raketenabwehr- und Artilleriesystemen zu verstärken. 

Der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur begründete die Entscheidung mit den Worten: „Russlands Angriff auf die Ukraine hat gezeigt, dass wir zur Sicherung unserer Grenzen vom ersten Meter an nicht nur Ausrüstung und Personal, sondern auch Verteidigungsstrukturen benötigen.“

600 BUNKER WERDEN GEBAUT

Nach Angaben der estnischen staatlichen Nachrichtenagentur ERR sollen entlang der 294 km langen Grenze zunächst 600 Bunker mit einem Budget von 60 Millionen Euro errichtet werden. Das Ministerium plant, mit den Bauarbeiten im Jahr 2025 zu beginnen.

Einzelheiten zur Rolle von Lettland und Litauen bei dem gemeinsamen Verteidigungszonenprojekt wurden nicht genannt. Der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anušauskas betonte in seiner Erklärung die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den USA bei der Entwicklung von HIMARS-Raketensystemen und unterstrich die entscheidende Rolle von Raketensystemen in Verteidigungsstrategien.

NATO-ERKLÄRUNGEN FOLGEN AUFEINANDER

In einem Interview mit dem Magazin Tagesspiegel am 19. Januar über die Verteidigungsstrategien der NATO-Staaten hatte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärt, dass Russland die NATO innerhalb der nächsten 5 bis 8 Jahre angreifen könnte. 

Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Rob Bauer, erklärte am 17. Januar, dass die schwerste Bedrohung, der die NATO seit Jahrzehnten gegenüberstehe, durch den russischen Angriff auf die Ukraine entstanden sei. In derselben Erklärung plädierte Bauer für eine Änderung der militärischen Strategie der NATO und sagte, dass die öffentlich-private Zusammenarbeit eine wirksame Rolle bei der Erweiterung der militärischen Optionen der NATO auf dem Schlachtfeld spielen werde. 

Das Projekt der baltischen Staaten für eine gemeinsame Verteidigungszone verläuft parallel zu dem von Bauer beschriebenen Plan. Demnach wird Estland den Bau der Verteidigungsbunker mit Unterstützung des Privatsektors abschließen. Andererseits wurden keine Details darüber genannt, welche Schritte zur Entwicklung militärischer Technologien unternommen werden sollen.