Europol: Methoden bei Museumsraubüberfällen in Europa haben sich verändert
Ein Bericht von Europol zeigt, dass sich die Täter und Ziele bei Museumsraubüberfällen in Europa verändert haben und gewalttätigere Methoden zunehmen.
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Die Europäische Polizeibehörde (Europol) hat mitgeteilt, dass sich die Methoden und Ziele bei Museumsraubüberfällen in ganz Europa verändert haben. In dem Sonderbericht mit dem Titel „Taktiken ändern sich, Ziele ändern sich: Die sich entwickelnde Natur von Museumsraubüberfällen“ wurde insbesondere auf den Anstieg von gewaltsamen und aggressiven Methoden hingewiesen.
Dem Bericht zufolge beschränken sich Kunstdiebstähle nicht mehr nur auf traditionelle kriminelle Gruppen, die auf diesen Bereich spezialisiert sind. Es wird darauf hingewiesen, dass sich auch ad-hoc zusammengestellte Gruppen, die sich über soziale Medien formieren, sowie Täter aus anderen kriminellen Bereichen zunehmend auf Museumsraubüberfälle verlegen. Europol wies darauf hin, dass hinter diesem Trend die Wahrnehmung einiger krimineller Kreise stehe, dass Museumsraubüberfälle ein „risikoarmes Geschäft mit hohen Erträgen“ seien.
„Museumsdiebstähle werden zunehmend aggressiver; die Täter setzen Vorschlaghämmer, Sprengstoffe und Schusswaffen ein, um in Gebäude einzudringen und das Personal einzuschüchtern.“
ZIELE UND TÄTER VERÄNDERN SICH
Nach Einschätzung von Europol stehen bei den Raubüberfällen vor allem Edelmetalle, Edelsteine, chinesisches Porzellan und historisch bedeutsame Artefakte im Fokus. Die Auswahl dieser Objekte wird durch eine hohe Marktnachfrage und die relative Leichtigkeit, sie über illegale Vertriebskanäle abzusetzen, beeinflusst.
Der Bericht lenkte zudem die Aufmerksamkeit auf den Anstieg der Goldpreise. Es wurde festgestellt, dass der Trend von Investoren und Zentralbanken, Gold als sicheren Hafen zu betrachten, Objekte mit Goldanteil für kriminelle Organisationen attraktiver macht.
Europol untermauerte seine Erkenntnisse mit Beispielen aus der jüngsten Zeit. Im Bericht wurde der Raubüberfall auf das Louvre-Museum in Paris am 19. Oktober 2025 erwähnt. Es wurde berichtet, dass die Täter über eine Bauleiter in die Apollon-Galerie eindrangen und innerhalb von sieben Minuten acht historische Schmuckstücke aus der Sammlung von Napoleon und Kaiserin Joséphine im Wert von etwa 88 Millionen Euro stahlen.
Auch der Raubüberfall auf das Drents Museum in Assen, Niederlande, in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 2025 wurde als eines der hervorstechenden Beispiele im Bericht genannt. Bei diesem Vorfall wurden der 2.500 Jahre alte Helm von Co?ofene?ti sowie drei goldene dakische Armreifen gestohlen; die Polizei konnte den Helm im April sicherstellen. Auch der Angriff auf das Musée Cognacq-Jay in Frankreich im Jahr 2024 wurde als bemerkenswerter Fall aufgeführt.
Europol teilte mit, dass die auf nationaler Ebene geführten Ermittlungen von Experten für Eigentumsdelikte innerhalb des Europäischen Zentrums für Bekämpfung der Schweren und Organisierten Kriminalität unterstützt werden. Es wurde festgehalten, dass die Experten den Ermittlungsbehörden in den EU-Mitgliedstaaten operative, analytische und koordinierende Unterstützung bieten.