Frachtflugzeug-Unglück in Hongkong: 2 Menschen kamen ums Leben

Ein Frachtflugzeug der türkischen Fluggesellschaft ACT Havayolları, das von Dubai nach Hongkong unterwegs war, kollidierte bei der Landung mit einem Bodenfahrzeug und kam von der Landebahn ab. Während die vier Besatzungsmitglieder der Boeing 747, die ins Meer abdriftete, gerettet werden konnten, kamen zwei Personen in dem gerammten Bodenfahrzeug ums Leben.

12punto

Ein Frachtflugzeug, das auf dem internationalen Flughafen Hongkong landen wollte, kam von der Landebahn ab und driftete ins Meer. Wie der Flughafenbetreiber mitteilte, ereignete sich der Unfall in den frühen Morgenstunden um 03.50 Uhr Ortszeit.

Es wurde bekannt gegeben, dass die vier Besatzungsmitglieder an Bord lebend gerettet werden konnten, jedoch zwei Mitarbeiter in dem Bodenfahrzeug, das vermutlich vom Flugzeug gerammt wurde, ihr Leben verloren. Der Gesundheitszustand der vier Geretteten sei gut; es seien keine sichtbaren Verletzungen festgestellt worden.

"NICHT DAS FAHRZEUG RAMMTE DAS FLUGZEUG, SONDERN UMGEKEHRT"

Laut einem Bericht von Associated Press erklärte der Flughafenverantwortliche Steven Yiu auf einer Pressekonferenz, dass die Piloten vor der Landung keinen Notruf abgesetzt hätten. Yiu sagte, das Flugzeug sei bis zur Mitte der Landebahn geflogen, dann nach links abgedreht und außer Kontrolle geraten.

Der Beamte stellte klar: „Das Patrouillenfahrzeug ist definitiv nicht auf die Landebahn gefahren. Es war das Flugzeug, das von der Bahn abkam und das Patrouillenfahrzeug außerhalb des Zauns rammte.“

Die am Unfallort eingetroffenen Feuerwehrleute berichteten, dass das Flugzeug in zwei Teile zerbrochen im Meer schwamm und die vier Besatzungsmitglieder an einer offenen Tür auf ihre Rettung warteten.

"WETTERBEDINGUNGEN WAREN GÜNSTIG"

Nach dem Unfall wurde die Nordbahn des Flughafens vorübergehend gesperrt, während der Betrieb auf der Süd- und der Mittelbahn fortgesetzt wurde.

Steven Yiu erklärte, dass der Unfall den Flugverkehr nicht beeinträchtigen werde und die Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Vorfalls günstig gewesen seien.

Die Behörde für Flugunfalluntersuchungen teilte mit, dass der Vorfall als „Unfall“ eingestuft wurde und das Flugsystem, die operativen Prozesse sowie die Wartungsunterlagen detailliert untersucht würden. Zudem werde nach dem Stimmenrekorder im Cockpit und dem Flugdatenschreiber gesucht.

VON DER TÜRKISCHEN GESELLSCHAFT ACT GELEAST

In einer Erklärung von Emirates Airlines wurde bestätigt, dass die in den Unfall verwickelte Boeing 747 mit der Flugnummer EK9788 von der türkischen Fluggesellschaft ACT Havayolları geleast war.

In der Mitteilung hieß es: „Es wurde bestätigt, dass die gesamte Besatzung in Sicherheit ist und sich keine Fracht an Bord befand.“

ACT Havayolları, die großen Fluggesellschaften zusätzliche Frachtkapazitäten zur Verfügung stellt, hat bisher keine offizielle Stellungnahme zu dem Unfall abgegeben.

Daten von FlightRadar24 zufolge war das in den Unfall verwickelte Flugzeug 32 Jahre alt und wurde nach seinem früheren Einsatz als Passagiermaschine zum Frachtflugzeug umgebaut.

EIN SELTENER UNFALL IN HONGKONG

CNN International berichtete, dass tödliche Unfälle auf dem internationalen Flughafen Hongkong äußerst selten seien, obwohl er zu den verkehrsreichsten Luftverkehrsknotenpunkten der Welt gehöre.

Bei einem Unfall im Jahr 1999, ein Jahr nach Eröffnung des Flughafens, kam ein Flugzeug der China Airlines während eines Taifuns bei der Landung falsch auf, wobei zwei Menschen ums Leben kamen und etwa 200 Personen verletzt wurden.