Führerscheinverbot für Senioren in Japan
In Japan, wo die Bevölkerung rapide altert, hat eine Kampagne, die Senioren vom Autofahren abhalten soll, um die steigende Zahl von Verkehrsunfällen zu verhindern, eine landesweite Debatte ausgelöst.
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In Japan wurde ein Gesetz erlassen, um das Autofahren für Senioren einzuschränken. Einem neuen Gesetz zufolge müssen nun alle Personen über 75 Jahren einen Demenztest bestehen, um ihren Führerschein zu verlängern. Personen über 70 Jahren sind zudem verpflichtet, an Informationsveranstaltungen teilzunehmen, in denen die negativen Auswirkungen des Alterns auf Reflexe und Sehvermögen erläutert werden, sowie einen Fahrtest bei der Polizei zu absolvieren.
Die japanische Regierung führt seit zehn Jahren eine Kampagne durch, um ältere Menschen dazu zu bewegen, ihre Führerscheine abzugeben. Unternehmen bieten denjenigen, die auf ihren Führerschein verzichten, verschiedene Vergünstigungen an, und Restaurants stellen kostenlose Mahlzeiten bereit. Es gibt sogar Bestattungsunternehmen, die ihre Preise für diese Personengruppe senken.
DIE BEVÖLKERUNG ALTERT IN HOHEM TEMPO
In Japan, dem Land mit der am schnellsten alternden Bevölkerung weltweit, nehmen auch die tödlichen Unfälle, die von älteren Fahrern verursacht werden, rapide zu. Nach einem Vorfall im Jahr 2019 in Tokio, bei dem ein 87-Jähriger eine Frau und ihre dreijährige Tochter auf einem Fußgängerüberweg überfuhr und tötete, stieg der Anteil der Senioren, die ihren Führerschein freiwillig zurückgaben.
Dennoch sind viele ältere Japaner, insbesondere diejenigen, die weit entfernt von jüngeren Verwandten und in Regionen mit unzureichendem öffentlichen Nahverkehr leben, auf ihr Auto angewiesen.
Nach Angaben der Behörden sind ältere Japaner heute an mehr als der Hälfte der schweren Verkehrsunfälle im Land beteiligt. Der Polizist Yutaka Kanaizumi, der erklärt, dass vielen älteren Menschen kein neuer Führerschein mehr ausgestellt werde, berichtet, dass viele Betroffene sehr wütend auf diese Entscheidung reagieren.