6-wöchige Waffenruhe in Gaza vereinbart: Erste Reaktionen aus der Welt
Nachdem Berichte über eine vereinbarte Waffenruhe in Gaza in der internationalen Presse erschienen waren, bestätigte Donald Trump das Abkommen in einer Mitteilung. Während die Menschen in Israel und Palästina begannen, die 'Waffenruhe' zu feiern, veröffentlichten internationale Organisationen Erklärungen, in denen sie auf die anhaltende humanitäre Krise in der Region aufmerksam machten. Gleichzeitig bewerteten unabhängige Kriegsbeobachter das Abkommen und betonten, dass die Waffenruhe dauerhaft sein müsse.
12punto
12punto Auslandskorrespondenz
Die Hamas teilte gegenüber Al Jazeera Arabic mit, dass sie den Vermittlern ihre Zustimmung zum Waffenstillstands- und Geiselaustauschabkommen übermittelt habe. Auch Donald Trump gab über seine Social-Media-Kanäle bekannt, dass eine 6-wöchige Waffenruhe vereinbart wurde.
Die israelische Presse hatte heute (15. Januar) in den frühen Morgenstunden berichtet, dass die israelische Seite dem Abkommen zustimmen werde.
Nach den Erklärungen beider Seiten gingen sowohl im Gazastreifen als auch in Israel Menschen auf die Straßen, um zu demonstrieren.
Während die Menschen im Gazastreifen nach der Ankündigung der Waffenruhe begannen, ihre Freude zu zeigen, trafen erste Stellungnahmen internationaler Organisationen ein.
Die israelischen Streitkräfte hatten ihre Angriffe auf den Gazastreifen in den letzten 24 Stunden intensiviert. Berichten aus der Region zufolge tötete die israelische Armee (IDF) in diesem Zeitraum mindestens 62 Menschen.
Der designierte US-Präsident Donald Trump erklärte bezüglich der Geiseln im Gazastreifen: 'Wir haben eine Einigung erzielt' und fügte hinzu: 'Sie werden bald freigelassen.'
Von israelischer Seite gab es bisher keine offizielle Stellungnahme zum Waffenstillstandsabkommen.
Berichten der israelischen Presse zufolge demonstrierten Tausende Israelis in Tel Aviv und forderten ein Abkommen zur Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln, während Hunderte Anhänger einer 'Hardliner'-Linie in Jerusalem für die Fortsetzung des Krieges auf die Straße gingen.
Seit dem 7. Oktober 2023 wurden im Krieg Israels gegen den Gazastreifen mindestens 46.707 Palästinenser getötet und 110.265 Menschen verletzt. Bei den Hamas-Angriffen, die am 7. Oktober begannen, wurden mindestens 1.139 Israelis getötet und mehr als 200 Personen als Geiseln genommen.
Die US-Kampagne für palästinensische Rechte (USCPR Action) erklärte nach der Waffenruhe im Gazastreifen, dass 'die Ära der Straffreiheit für Israel nun schnell enden muss'. Die USCPR fordert, dass Israel für Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen wird.
Der Exekutivdirektor der Gruppe, Ahmad Abuznaid, erklärte: 'Alle Täter, die Völkermordhandlungen finanzieren und ermöglichen, einschließlich der Beamten der Biden-Regierung, müssen sich in Den Haag verantworten.'
Abuznaid äußerte gegenüber internationalen Medienvertretern:
'Jedem vertriebenen Palästinenser muss das Recht auf Rückkehr in seine Heimat und auf sein Land gewährt werden. Wiederaufbau und humanitäre Hilfe müssen Priorität haben, um den Palästinensern inmitten des Völkermords zu helfen. Dies erfordert die Beendigung der illegalen Blockade Israels gegen den Gazastreifen und der Besatzung Palästinas.'
Amnesty International und Reporter ohne Grenzen hatten in Berichten, die sich auf in der Region tätige Journalisten und Freiwillige stützten, darauf hingewiesen, dass Israel Kriegsverbrechen begehe, und die Aufhebung der Blockade gefordert.
Die internationale Hilfsorganisation Save the Children begrüßte das Waffenstillstandsabkommen, betonte jedoch, dass die humanitäre Hilfe für Kinder im Gazastreifen, die unter schwierigen Bedingungen leben, verstärkt werden müsse.
In der Erklärung hieß es: 'Jede Unterbrechung muss zu einem dauerhaften Waffenstillstand werden.'
Save the Children teilte zudem mit, dass Hunderttausende palästinensische Kinder dringend Unterkünfte, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung benötigen.
Humanitäre Hilfsorganisationen, die seit Beginn des Krieges im Gazastreifen tätig sind, versuchen auf die prekäre Lage der Palästinenser aufmerksam zu machen.
In Gaza, wo aufgrund der israelischen Angriffe und der Blockade keine ausreichende humanitäre Hilfe ankommt, wird berichtet, dass Dutzende Kinder und Säuglinge an Hunger gestorben sind, wobei die genaue Zahl nicht bekannt ist.
Die CEO von Save the Children, Inger Ashing, sagte: 'Seit 15 Monaten sind etwa eine Million Kinder im Gazastreifen in einem Albtraum gefangen, der bei jedem Schritt von Verlust, Trauma und Lebensgefahr geprägt ist.'
Ashing erklärte gegenüber Al Jazeera zudem:
'Wenn sie umgesetzt wird, bietet diese Waffenruhe den Palästinensern die Möglichkeit, den Bomben und Kugeln zu entkommen, die sie seit über einem Jahr verfolgen. Aber das reicht nicht aus, und während der Schatten der Hungersnot (in Gaza) aufzieht, geht der Kampf zur Rettung der Kinder, die mit Hunger und Krankheit konfrontiert sind, weiter. Diese Pause muss dauerhaft sein, und die Bemühungen zur Beendigung der Blockade sowie zur massiven Erhöhung der Hilfslieferungen müssen dringend verstärkt werden.'