Banden in Haiti setzen Straßen in Brand: „Massaker“ bei Bandenüberfall
Aufgrund der seit Monaten anhaltenden Bandenüberfälle herrscht in Haiti Chaos. Bei den in den letzten Tagen von Banden verübten Angriffen wurden Dutzende Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.
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'Gran Grif'-Bandenmitglieder haben einen bewaffneten Überfall auf die Stadt Pont-Sondé in der Region Artibonite verübt, die 71 Kilometer von der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince entfernt liegt.
Bei den Vorfällen kamen in den letzten zwei Tagen 70 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt, einige davon schwer.
Nach Angaben des Haiti-Büros der Vereinten Nationen (UN) haben Mitglieder der Bande „Gran Grif“ 45 Häuser und 34 Fahrzeuge in Brand gesteckt und die Bewohner der Region zur Flucht gezwungen.
Bei dem Überfall, bei dem mindestens 20 Menschen, darunter auch Kinder, getötet und 50 weitere verletzt wurden, verließen die Bewohner der Stadt aufgrund des Angriffs ihre Häuser.
Die Bande Gran Grif wird beschuldigt, die Schließung eines Krankenhauses verursacht zu haben, das 700.000 Menschen versorgte.
Die Sprecherin des UN-Büros in Haiti, Thameen Al-Kheetan, erklärte gegenüber der Presse, dass Mitglieder der Bande Gran Grif mit automatischen Waffen das Feuer auf die Bevölkerung eröffnet hätten.
Al-Kheetan rief dazu auf, Verstärkung in die Region zu entsenden.
In einer von der Regierung veröffentlichten Erklärung wurde der Überfall der bewaffneten Bande als „Massaker“ bezeichnet.
Mitglieder der Bande Gran Grif wurden beschuldigt, im Januar 2023 einen Überfall auf eine Polizeistation in der Nähe von Port-Sondé verübt und dabei 6 Polizisten getötet zu haben.
Nach Angaben des Integrierten Büros der Vereinten Nationen in Haiti (BINUH) sind seit Anfang 2024 insgesamt 3.900 Menschen durch Angriffe bewaffneter Banden ums Leben gekommen, davon 1.374 allein in den letzten 6 Monaten.
In dem Land, in dem bewaffnete Banden 80 Prozent der Hauptstadt Port-au-Prince kontrollieren, nehmen die Gewalttaten von Tag zu Tag zu.
Haiti, das seit vielen Jahren mit grundlegenden Problemen wie politischen, wirtschaftlichen und Sicherheitskrisen zu kämpfen hat, steht mit seiner Bevölkerung von über 11 Millionen Menschen vor einer Hungersnot.
Banden hatten bereits in den vergangenen Monaten einen Bereich in der Hauptstadt des Landes angegriffen, in dem sich Luxushotels befinden.
Haitianische Banden hatten zudem versucht, die Häfen des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen.
Diese Entwicklungen haben in der internationalen Presse Fragen darüber aufgeworfen, ob der „Staat“ in Haiti überhaupt noch existenzfähig ist.