Geiselbefreiungsaktion in Pakistan beendet: Mindestens 25 Zivilisten getötet

Das pakistanische Militär hat den Abschluss der Rettungsaktion für einen Personenzug bekannt gegeben, der im Südwesten des Landes in der Provinz Belutschistan von bewaffneten Separatisten entführt worden war. Berichten zufolge wurden bei dem Einsatz 33 Militante getötet und vier Soldaten verloren ihr Leben. Zudem wurde mitgeteilt, dass mindestens 25 Geiseln bei dem Vorfall ums Leben kamen.

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Die separatistische Gruppe Belutschistan-Befreiungsarmee (BLA) stoppte am Dienstag den Personenzug namens Jaffar Express in einer Bergregion Belutschistans und brachte ihn in ihre Gewalt. Im Zug befanden sich mehr als 400 Passagiere, von denen etwa 150 Sicherheitskräfte gewesen sein sollen. Nachdem die Militanten den Zug entführt hatten, erklärten sie, 150 Geiseln festgenommen zu haben, und drohten damit, diese zu töten, sollte eine Rettungsaktion eingeleitet werden. Die BLA forderte von der pakistanischen Regierung einen Gefangenenaustausch.

Das pakistanische Militär gab bekannt, die Geiseln bei einer am frühen Mittwochmorgen gestarteten Operation befreit zu haben. Während des Einsatzes seien 33 Militante getötet und vier Soldaten ums Leben gekommen. Die BLA hat auf diese Angaben des Militärs bisher nicht reagiert.

Laut einem Bericht der Washington Post (WSJ) sagte der freigelassene Passagier Mohammad Ashraf, dass die Militanten ihn, andere ältere Menschen, Frauen und Kinder von den übrigen Passagieren getrennt hätten und einige von ihnen freigelassen worden seien. Ashraf sagte: 'Jeder war voller Angst, es war sehr still.'

Pakistanische Behörden behaupteten, die Militanten hätten Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde benutzt. Die BLA wies diese Vorwürfe zurück.

TERRORAKTE IN BELUTSCHISTAN GENOMMEN

Einem Bericht des Pakistan Institute for Peace Studies zufolge sind die militanten Angriffe in Belutschistan im vergangenen Jahr um mehr als 80 Prozent gestiegen, wobei mehr als 320 Menschen ihr Leben verloren. Die meisten Angriffe wurden von der BLA und ihrer verbündeten Belutschistan-Befreiungsfront (BLF) für sich reklamiert.

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif betonte am Dienstag, dass 'die Option von Verhandlungen nicht auf dem Tisch liege', und äußerte sich wie folgt:

'Die feigen Terroristen, die diesen abscheulichen Angriff verübt haben, verdienen keinerlei Nachsicht.'

BEHAUPTUNG: 'TALIBAN STECKEN HINTER DEN ANGRIFFEN'

Das pakistanische Militär berichtete, dass der Angriff von Terrorbandenführern organisiert wurde, die von Afghanistan aus operieren. Das Militär forderte die Taliban-Regierung in Afghanistan auf, 'die Nutzung ihres Territoriums für terroristische Aktivitäten gegen Pakistan zu unterbinden'. Die Taliban-Regierung hat auf diese Vorwürfe bisher nicht reagiert.

Die BLA hat in den letzten Jahren insbesondere Angriffe auf chinesische Ziele verübt. Bei einem Angriff in Karatschi im Oktober kamen zwei chinesische Arbeiter ums Leben. Der Sicherheitsanalyst Hasan Askari Rizvi wies darauf hin, dass zwischen den Regierungen Pakistans und Chinas Einigkeit bestehe, insbesondere was die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen angehe.

Rizvi bezeichnete die Zugentführung als 'ernste Sicherheitsbedrohung für Pakistan' und erklärte, dass einige Teile der Provinz mittlerweile 'unregierbar' geworden seien. Rizvi argumentierte, dass sich ein Großteil der Jugend in Belutschistan von der wirtschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen fühle und dass ein Dialog mit diesen Menschen geführt werden müsse.