Aussagen von Geiseln, 'Hamas hat uns gut behandelt', sorgen für Empörung
Die Äußerungen der israelischen Geisel Yochaved Lifshitz, die gestern von der Hamas freigelassen wurde und erklärte, sie seien 'gut behandelt worden', haben in Israel für Empörung gesorgt.
AA
Die Worte von Lifshitz, einer der beiden weiblichen Geiseln, die der bewaffnete Arm der Hamas, die Al-Qassam-Brigaden, gestern Nacht über den Grenzübergang Rafah an der ägyptischen Grenze freigelassen hatte, wurden in den sozialen Medien intensiv diskutiert.
Die Live-Übertragung von Lifshitz' Aussage, "(Die Al-Qassam-Brigaden) sagten, sie seien Menschen, die an den Koran glauben, und sie würden uns nicht verletzen. Sie boten uns die gleichen Bedingungen, die sie selbst in den Tunneln hatten.", löste auf israelischer Seite heftige Reaktionen aus.
''ES WAR EIN FEHLER, DIESE ERKLÄRUNG ZUZULASSEN''
Der israelische Staatssender KAN zitierte eine für Israel berichtende Organisation mit den Worten: "Es war ein Fehler, Lifshitz eine Erklärung live im Fernsehen abgeben zu lassen."
Roy Cohen, der Medienbeauftragte des Basketballteams des Landes, kommentierte auf seinem Social-Media-Account: "Dass diese Pressekonferenz zugelassen wurde, muss kritisiert werden."
Die israelischen Behörden haben sich bisher nicht zu den Äußerungen von Yochaved Lifshitz geäußert.
''SIE HABEN SICH UM JEDES DETAIL GEKÜMMERT''
Lifshitz wies darauf hin, dass sich die Al-Qassam-Brigaden intensiv um ihren Gesundheitszustand gekümmert hätten, und äußerte sich wie folgt:
"Zuerst kamen wir in einen großen Saal, in dem 25 Personen versammelt waren, und nach ein paar Stunden trennten sie die Leute und brachten uns in einen separaten Raum. Wir hatten einen Arzt, der uns zugeteilt war und alle paar Tage kam, um nach dem Rechten zu sehen. Der Arzt brachte regelmäßig Medikamente. Insgesamt waren wir fünf Personen und jeder von uns hatte einen Bewacher. Ihr Verhalten war gut, sie haben sich um jedes Detail gekümmert."
Die Al-Qassam-Brigaden hatten gestern unter Vermittlung von Ägypten und Katar bekannt gegeben, dass sie die israelischen Geiseln Yochaved Lifshitz und Nurit Yitzhak aus "humanitären und gesundheitlichen Gründen" sowie "einseitig" freigelassen hätten.
Lifshitz und Yitzhak wurden gestern Nacht am Grenzübergang Rafah an der ägyptischen Grenze an Vertreter des Roten Kreuzes übergeben.