Geistliche im Iran fordern 'Neubewertung' der Nuklear-Fatwa

Eine Gruppe von Geistlichen im Iran hat einen Brief an den religiösen Führer Mudschtaba Chamene'i gesandt, in dem sie eine 'Neubewertung' der Fatwa fordert, die Atomwaffen als haram (verboten) einstuft, um diese an die veränderten Bedingungen anzupassen.

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Eine Gruppe von Geistlichen aus Ghom, Maschhad, Isfahan und anderen religiösen Ausbildungszentren im Iran hat in einem an den religiösen Führer Mudschtaba Chamene'i gerichteten Schreiben eine Überprüfung der Fatwa zur "Herstellung und Nutzung von Atomwaffen" gefordert. In dem Brief wird darauf hingewiesen, dass die bestehende Fatwa unter den Bedingungen einer vergangenen Ära erlassen wurde: "Diese Fatwa war ein Zeichen für das Bekenntnis des Islam zu Frieden, Gerechtigkeit und dem Verbot von Massenvernichtungswaffen.

Doch heute erleben wir rasante Veränderungen der sozialen, politischen und sicherheitspolitischen Bedingungen auf regionaler und globaler Ebene; die Bedrohungen nehmen zu, was den Schutz des Iran notwendig macht", hieß es in dem Schreiben.

Betonung von Abschreckung und Sicherheit

In dem Brief wurde betont, dass sich religiöse Bestimmungen mit dem Wandel von Zeit und Umständen ändern können, dass die Vermeidung und Abwendung von Schaden sowie der Schutz der islamischen Ordnung zu den Grundprinzipien gehören und dass legitime Verteidigung angesichts lebensbedrohlicher Gefahren notwendig sei. In diesem Rahmen wurde erklärt, dass eine Überprüfung bestimmter Fatwas nicht nur möglich, sondern in manchen Fällen notwendig und sogar zwingend sei, da dies die Abschreckung und Sicherheit des Iran gegenüber Bedrohungen erhöhen würde.

Entscheidung liegt bei Chamene'i

Darüber hinaus betonten die Geistlichen in dem Brief, dass sie keine Entscheidung vorwegnehmen wollten, sondern das Thema im Rahmen wissenschaftlicher Verantwortung aufgeworfen hätten. Sie äußerten den Wunsch, dass der religiöse Führer Chamene'i das Thema prüfe und seine Ansicht dazu äußere, sofern er dies für angemessen halte.