Griechenlands Erklärung zu Türkei und 'Normalisierung'

Der griechische Außenminister Gerapetritis äußerte sich in einem Interview mit dem im griechisch-zyprischen Verwaltungsteil (GKRY) sendenden Fernsehsender ANT1 zu aktuellen Themen.

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Auf die Frage nach den Warnungen des türkischen Außenministers Hakan Fidan bezüglich der Nutzung des griechisch-zyprischen Verwaltungsteils als Stützpunkt für Israels Angriffe auf Gaza, argumentierte Gerapetritis, dass diese Erklärungen nicht konstruktiv seien.

Gerapetritis behauptete, dass der griechisch-zyprische Verwaltungsteil in der Region wichtige humanitäre Arbeit leiste, nicht in militärische Operationen verwickelt sei und dass die EU-Länder den griechisch-zyprischen Verwaltungsteil diesbezüglich auch beim gestrigen Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg unterstützt hätten.

Der griechische Minister sagte: "Weder Griechenland noch (Süd-)Zypern akzeptieren Ratschläge oder Belehrungen. Wir werden den eingeschlagenen Weg fortsetzen, um mit allen Parteien zu sprechen und einen konstruktiven Beitrag sowohl zur Friedensstiftung als auch zur humanitären Hilfe zu leisten."

"WIR BEMÜHEN UNS MIT ALLER KRAFT"

Auf die Frage, ob eine Normalisierung der türkisch-griechischen Beziehungen ohne eine Lösung der Zypernfrage möglich sei, äußerte Gerapetritis: "Unser Bemühen, mit der Türkei in ruhigerem Fahrwasser voranzukommen, ist ein Bemühen, Frieden und Wohlstand in unserer Region zu sichern. Ich glaube, dass die Normalisierung der türkisch-griechischen Beziehungen auch einen positiven Beitrag zur Zypernfrage leisten wird."

Gerapetritis erklärte, dass Athen die grundlegende Position der Türkei zur Zypernfrage kenne und sich bewusst sei, dass sich diese nicht ändern werde.

Gerapetritis betonte, dass die Zypernfrage ganz oben auf der außenpolitischen Agenda Griechenlands stehe und sagte: "Wir bemühen uns mit aller Kraft um die Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Zypernfrage."

Gerapetritis unterstrich, dass offene Kommunikationskanäle zwischen der Türkei und Griechenland wichtig seien, um ein Klima zu schaffen, das eine nützliche Entwicklung in der Zypernfrage ermögliche, und fügte hinzu: "Die Türkei muss in dieser Angelegenheit eine konstruktive Rolle übernehmen, damit die Verhandlungen beginnen können. Das ist der Weg der Vernunft. Ohne Dialog kann es keine Lösung geben."

HAKAN FİDAN HATTE GRIECHENLAND GEWARNT

Außenminister Hakan Fidan hatte gestern in einer Bewertung aktueller Themen in einem Fernsehsender bezüglich der Beteiligung des griechisch-zyprischen Verwaltungsteils an den Operationen gegen Gaza Folgendes festgehalten:

Dass dieser Ort zu einem Operationszentrum geworden ist... Nach dem 7. Oktober, nach den ersten Operationen Israels, sehen wir anhand von Geheimdienstberichten immer wieder, dass der griechisch-zyprische Verwaltungsteil ein Stützpunkt ist, den bestimmte Länder insbesondere bei den Operationen gegen Gaza nutzen. Dass dort ständig Aufklärungsflüge und militärische Flüge in Richtung Gaza durchgeführt werden. Als wir dies zur Sprache brachten, erklärten sie diesen Ort plötzlich zum Logistikstützpunkt für Gaza.

Tatsächlich haben wir damals schon gesagt, dass diese Logistikstützpunkt-Operation offen gesagt zu einer Aktivität geworden ist, die den Charakter dieses Ortes als Militärstützpunkt verschleiert. Dass dieser Ort und die griechischen Inseln für Operationen im Nahen Osten genutzt werden, nützt weder dem griechisch-zyprischen Verwaltungsteil noch Griechenland.

Unser Rat, den wir auch den Griechen gegeben haben, ist, sich von diesen Dingen fernzuhalten, denn wenn man sich auf diese Weise in die laufenden Kriege im Nahen Osten einmischt, wenn man Partei ergreift, dann wird dieses Feuer kommen und auch einen selbst finden. Wir befinden uns ohnehin in derselben Geografie, es wird kommen und auch uns finden.

Fidan hatte betont, dass die Akteure der Region erkennen müssten, dass dort eine ernsthafte Militarisierung stattfinde, und dass dies verhindert werden müsse.