Großer Anstieg bei Asylanträgen
Die Zahl der Asylanträge aus der Türkei in europäischen Ländern ist in den ersten neun Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 102 Prozent gestiegen.
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Wie die deutsche Zeitung Die Welt berichtet, sind die Asylanträge aus der Türkei in 29 europäischen Ländern in den ersten neun Monaten des Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 102 Prozent gestiegen.
Die Zeitung stützt ihren Bericht auf einen noch nicht veröffentlichten, aber bereits der EU-Kommission vorgelegten vertraulichen Bericht der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA).
Dem Bericht zufolge wurden vom Jahresbeginn bis zum 3. Oktober insgesamt 801.459 Asylanträge in den 27 EU-Ländern sowie in der Schweiz und Norwegen gestellt.
Bei den Anträgen stehen Staatsbürger aus Syrien, Afghanistan und der Türkei an erster Stelle. Es wird erwartet, dass die Zahl der Anträge bis Jahresende die Marke von einer Million überschreiten und sich dem Höchststand aus dem Jahr 2016 annähern wird.
Im Jahr 2016 waren aufgrund des Bürgerkriegs in Syrien rund 1.230.000 Asylanträge in europäischen Ländern gestellt worden.
Asylanträge in Deutschland um 74 Prozent gestiegen
In den baltischen Staaten, die aufgrund des Ukraine-Krieges eine starke Zuwanderung verzeichnen, wurde ein deutlicher Anstieg der Asylanträge beobachtet. In Lettland wurde ein Anstieg von 168 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, in Estland lag der Anstieg bei 119 Prozent. An dritter Stelle folgt Deutschland mit einem Anstieg von 74 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Von den in Deutschland gestellten Asylanträgen entfallen 27 Prozent auf syrische, 17 Prozent auf afghanische und 16 Prozent auf türkische Staatsbürger.
In einigen europäischen Ländern wurde hingegen ein prozentualer Rückgang der Asylanträge verzeichnet. In Dänemark betrug dieser Rückgang 56 Prozent, in Malta 54 Prozent und in Zypern 52 Prozent.
Das Land mit den wenigsten Asylanträgen ist Ungarn. In dem Land unter der Führung des migrationskritischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán wurden seit Januar lediglich 26 Asylanträge gestellt.