Haftstrafen für Kindesmissbrauch mittels Künstlicher Intelligenz: 300-prozentiger Anstieg bei Missbrauchsmaterial

In Großbritannien wurde eine neue Regelung ausgearbeitet, die Haftstrafen für das Besitzen, Erstellen, Verbreiten sowie das Bereithalten von KI-Tools und zugehörigen Bedienungsanleitungen vorsieht, die zur Erzeugung von KI-generiertem Kindesmissbrauchsmaterial genutzt werden.

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In einer Erklärung des Innenministeriums wurde darauf hingewiesen, dass die sich entwickelnde Künstliche Intelligenz zunehmend auch von Tätern missbraucht wird.

Daher sei eine Regelung für Straftaten im Bereich des sexuellen Missbrauchs unter Einsatz von KI getroffen worden, um Kinder vor derartigen Angriffen zu schützen, hieß es in der Mitteilung.

In der Erklärung wurde daran erinnert, dass mittels KI Gesichter und Stimmen von Menschen in bestehende Missbrauchsbilder oder in zu Missbrauchszwecken erstellte Drohmaterialien eingefügt werden, und betont: „Sogar die Stimmen von Kindern werden in abscheulichem Material verwendet; Missbrauchsopfer werden immer wieder aufs Neue missbraucht.“

Es wurde hervorgehoben, dass Täter dank KI-Tools, die zur Erstellung von Material zur Bedrohung von Kindern genutzt werden, ihre Identität verbergen können, und mitgeteilt, dass für auf diese Weise begangene Straftaten Haftstrafen verhängt werden.

Der Erklärung zufolge werden Personen, die KI-Tools zur Erstellung von sexuellem Missbrauchsmaterial gegen Kinder besitzen, solches Material erstellen oder verbreiten, mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft.

Wer Bedienungsanleitungen für die Nutzung dieser Werkzeuge besitzt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren rechnen.

Laut der Erklärung, in der betont wurde, dass Großbritannien das erste Land ist, das solche Strafen regelt, werden Personen, die Internetseiten mit Inhalten zu Kindesmissbrauch einrichten und verwalten, mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft.

Grenzbeamte erhalten zudem die Befugnis, bei Verdacht elektronische Geräte von Personen an den Grenzübergängen zu durchsuchen.

Die Regelungen werden dem Parlament als Teil eines Gesetzesentwurfs zu Polizei- und Kriminalitätsfragen vorgelegt.

300-PROZENTIGER ANSTIEG BEI MISSBRAUCHSMATERIAL

In der Erklärung wurden auch Details zu den Schritten gegen Dark-Web-Seiten geteilt, auf denen sexuelles Missbrauchsmaterial gegen Kinder zu finden ist.

Demnach wurde angegeben, dass auf einer Seite mit Inhalten zu Kindesmissbrauch im vergangenen Jahr innerhalb von 30 Tagen 3.512 Inhalte geteilt wurden, was einen Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 darstellt.

Die Internet Watch Foundation (IWF) wies auf einen Anstieg von 380 Prozent bei KI-generiertem Kindesmissbrauchsmaterial zwischen 2023 und 2024 hin und betonte die hohe Realitätswahrnehmung dieser Inhalte.

Die Stiftung erklärte, dass 193 der 245 untersuchten Materialien KI-generierte Bilder und Fotos seien und dass diese vor britischen Gerichten wie echtes Bildmaterial behandelt würden.

„MISSBRAUCHER VERSTECKTEN SICH HINTER IHREN TASTATUREN“

Die Innenministerin Yvette Cooper, deren Einschätzungen in der Erklärung zitiert wurden, erklärte, dass sie nicht davor zurückschrecken werde, Schritte zum Schutz von Kindern zu unternehmen: „Mit 4 neuen und starken Maßnahmen werden wir unsere Kinder in einem Umfeld schützen, in dem sich die Technologie weiterentwickelt. Kinder vor Straftaten zu schützen, die online, offline und in neu entstehenden Bereichen begangen werden, ist Teil unseres Veränderungsplans.“

Der Staatsminister für Wissenschaft, Innovation und Technologie, Peter Kyle, kommentierte: „Lange Zeit konnten sich Missbraucher hinter ihren Tastaturen verstecken und die Technologie manipulieren, während das Gesetz nicht Schritt halten konnte. Kinder, Jugendliche und Familien leiden und erleben die Auswirkungen des Missbrauchs.“

Kyle fügte hinzu, dass mit der neuen Regelung rechtliche Lücken geschlossen und die Verbreitung von Missbrauchsmaterial verhindert werde.

Der Vorsitzende der IWF, Derek Ray-Hill, erklärte: „Die Verfügbarkeit von Missbrauchsbildern im Internet führt zu weiteren Straftaten des sexuellen Missbrauchs. Während Missbraucher immer dreister werden, werden Kinder immer schutzloser. Es gibt noch viel zu tun, um die Ausbeutung von KI zu verhindern, aber wir unterstützen die heute getroffenen Entscheidungen und glauben, dass wir an einem entscheidenden Punkt einen Anfang gemacht haben.“