Historischer Schritt von Biden: Entschuldigung für die Assimilierung der Ureinwohner

US-Präsident Joe Biden wird sich offiziell für die Rolle der Schulen entschuldigen, die über Jahre hinweg die Kinder der indigenen Bevölkerung assimiliert haben. Die US-Innenministerin Deb Haaland, selbst eine amerikanische Ureinwohnerin, betonte die Bedeutung von Bidens Entschuldigung und erklärte, dass diese für viele Ureinwohner "die Welt bedeuten" werde.

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Der Präsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden, plant eine offizielle Entschuldigung für die Rolle der US-Regierung bei Hunderten von Internatsschulen, die über fast 150 Jahre hinweg amerikanische Ureinwohnerkinder zur Assimilierung zwangen und ihnen systematisch ihre Sprache und Kultur entzogen.

Wie die Washington Post berichtet, erklärte Biden gegenüber der Presse im Weißen Haus, dass er sich offiziell für die Rolle der USA bei den Hunderten von Internatsschulen entschuldigen werde, die amerikanische Ureinwohnerkinder zur Assimilierung zwangen.

Biden sagte: "Ich reise in den Westen, um mich im Namen der amerikanischen Ureinwohner-Nationen offiziell für die Behandlung zu entschuldigen, die wir ihren Kindern über Jahre hinweg entgegengebracht haben."

ERSTMALS ENTSCHULDIGT SICH EIN US-PRÄSIDENT

Biden, der sich im Bundesstaat Arizona offiziell bei den amerikanischen Ureinwohnern entschuldigen will, wird diese historische Rede an einer Schule namens "Gila Crossing" halten.

Diese Entschuldigung markiert das erste Mal, dass sich ein US-Präsident für das Verhalten entschuldigt, dem zehntausende Kinder amerikanischer Ureinwohner ausgesetzt waren, die gezwungen wurden, Internatsschulen zu besuchen.

TEILNAHME VON STAMMESFÜHRERN ERWARTET

Es ist geplant, dass Biden auf seiner Reise nach Phoenix von vielen Stammesführern aus dem ganzen Land begleitet wird, darunter Haaland und Deborah Parker, eine Angehörige des Tulalip-Stammes und Vorsitzende der National Native American Boarding School Healing Coalition.

Die US-Innenministerin Deb Haaland, ein Mitglied des Pueblo of Laguna-Stammes in New Mexico, deren Großvater und Urgroßvater ebenfalls in diese Internatsschulen geschickt wurden, betonte die Bedeutung von Bidens Entschuldigung und merkte an, dass diese für viele amerikanische Ureinwohner "die Welt bedeuten" werde.

Haaland sagte: "Ich denke, diejenigen, die diese Ära persönlich erlebt haben, werden das Gefühl haben, dass Biden sich um sie sorgt. Dieses Gefühl ist etwas, das viele Menschen in diesem Land und im Laufe unserer Geschichte nicht erlebt haben."

"DIESE SCHULEN WAREN WERKZEUGE DES KULTURELLEN GENOZIDS"

Parker erklärte, dass eine Entschuldigung der US-Regierung für ihre Rolle beim Betrieb der Internatsschulen "längst überfällig" sei und fügte hinzu: "Diese Schulen waren Werkzeuge der Assimilierung und des kulturellen Genozids, die zum Verlust von Sprache und Kultur sowie zur Trennung von Kindern von ihren Familien führten."

Stephen Roe Lewis, Gouverneur der Gila River Indian Community, sagte: "Einige unserer Ältesten, die diese Internatsschule überlebt haben, haben ihr ganzes Leben auf diesen Moment gewartet."

UREINWOHNER WURDEN VON 1819 BIS 1996 ZUR ASSIMILIERUNG GEZWUNGEN

Die US-Regierung betrieb von 1819 bis 1969 mehr als 400 föderale Internatsschulen für amerikanische Ureinwohner in 37 Bundesstaaten oder zahlte Kirchen und religiösen Gruppen Geld für den Betrieb dieser Schulen.

Mit der Verabschiedung des "Indian Civilization Act" im Jahr 1819 wurden Gesetze erlassen, um indianische Internatsschulen in den gesamten USA zu gründen und zu unterstützen.

Bis zum Jahr 1996 wurden indianische Kinder gezwungen, diese Internatsschulen zur Assimilierung zu besuchen.

In den USA und Kanada mussten Kinder der indigenen Völker des amerikanischen Kontinents staatlich finanzierte christliche Schulen besuchen, um assimiliert zu werden. Diese Kinder wurden zudem zwangsweise zum Christentum bekehrt und durften ihre eigenen Sprachen nicht sprechen.

US-Innenministerin Deb Haaland