Hitzige Debatte im israelischen Sicherheitskabinett: Faustschlag gegen Ben-Gvir

Der rechtsextreme israelische Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, und das Mitglied des Kriegskabinetts sowie ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot sind wegen der Angriffe auf den Gazastreifen in einen schweren Konflikt geraten. Berichten zufolge kam es zwischen den beiden zu hitzigen Auseinandersetzungen.

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Bei der gestrigen Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts war die Spannung auf dem Höhepunkt. Wie die israelische Nachrichtenseite Walla berichtet, warf das Mitglied des Kriegskabinetts und ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot der Regierung vor, bei den Angriffen auf den Gazastreifen "keine strategischen Entscheidungen" zu treffen.

Als Eisenkot Vorschläge für notwendige Schritte der Regierung unterbreitete, unterbrach ihn Ben-Gvir mit den Worten: "Wir haben Ihnen lange genug zugehört, General."

FAUSTSCHLAG

Eisenkot reagierte darauf mit der Aufforderung an Ben-Gvir, ihn nicht zu unterbrechen, und warnte ihn mit einem Zitat aus der Tora – "Zieh deine Sandalen aus" – davor, "seine Grenzen zu überschreiten".

Es wurde zudem berichtet, dass Eisenkot während der Sitzung Ben-Gvir, der keinen obligatorischen Militärdienst geleistet hat, als "Drückeberger" bezeichnet und nach ihm geschlagen habe.

AUCH GALLANT UND NETANYAHU GERIETEN ANENANDER

Der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant hatte am 15. Mai auf einer Pressekonferenz in Tel Aviv erklärt, dass man schon lange darauf hingewiesen habe, dass eine alternative Verwaltung zur Hamas im Gazastreifen gefunden werden müsse, jedoch keine Antwort erhalten habe.

Gallant sagte: "Der Plan der Armee wurde nicht zur Diskussion gestellt, schlimmer noch, es wurde keine Alternative vorgelegt. Ein militärisch-ziviles Regime im Gazastreifen ist eine schlechte und gefährliche Alternative für Israel."

Gallant betonte, dass er die Errichtung einer militärischen Verwaltung im Gazastreifen nicht akzeptieren werde, und forderte Netanyahu auf, eine Entscheidung in dieser Angelegenheit zu treffen, zu erklären, dass es kein zivil-militärisches Regime Israels im Gazastreifen geben werde, und eine alternative Verwaltung zur Hamas zu fördern.

Premierminister Netanyahu antwortete auf Gallants Kritik in einem Video auf der Social-Media-Plattform X mit den Worten: "Solange die Hamas existiert, wird kein anderer Akteur den Gazastreifen verwalten können, schon gar nicht die Palästinensische Autonomiebehörde."

Netanyahu argumentierte, dass Diskussionen über den "Tag danach" sinnlos seien, solange die Hamas nicht besiegt sei, und behauptete: "Solange nicht klar ist, dass die Hamas den Gazastreifen nicht militärisch kontrolliert, wird kein Akteur aus Angst um seine eigene Sicherheit bereit sein, die zivile Verwaltung des Gazastreifens allein zu übernehmen."