Spektakuläre Behauptung in US-Medien: Trump fordert '1 Milliarde Dollar' für den Gaza-Friedensrat

Berichten in US-Medien zufolge verlangt Präsident Donald Trump von Ländern, die dauerhaft im Gaza-Friedensrat vertreten sein wollen, einen finanziellen Beitrag. Demnach erhalten 60 eingeladene Länder zunächst einen Sitz für drei Jahre; wer seine Mitgliedschaft darüber hinaus fortsetzen möchte, muss eine Milliarde Dollar zahlen.

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US-Präsident Donald Trump hat die zweite Phase seines Friedensplans für den Gazastreifen eingeleitet.

Während ein neuer Verwaltungsrahmen für Gaza geschaffen wird, wurden offizielle Einladungen an verschiedene Länder für den in diesem Zusammenhang ins Leben gerufenen „Gaza-Friedensrat“ verschickt. Bloomberg berichtete, dass der Entwurf der Satzung für die Ratsmitgliedschaft bemerkenswerte Details enthalte.

Der Behauptung zufolge können die eingeladenen Länder drei Jahre lang im Rat vertreten sein. Nach Ablauf dieser Frist ist für die Fortsetzung der Mitgliedschaft eine Zahlung in Höhe von einer Milliarde Dollar vorgesehen.

Wie Bloomberg berichtet, sieht der Entwurf zudem vor, dass jedes Mitgliedsland über eine Stimme verfügt und die Mitglieder direkt von Trump eingeladen werden.

MINDESTENS EIN TREFFEN PRO JAHR

Der Satzungsentwurf enthält auch Einzelheiten zu den Arbeits- und Entscheidungsverfahren des Rates. Demnach wird der Friedensrat mindestens einmal jährlich zu Abstimmungssitzungen zusammenkommen, und zwar zu „Zeitpunkten und an Orten, die der Präsident für angemessen hält“. Die Tagesordnung der Sitzungen unterliegt der Genehmigung des Präsidenten. Der Präsident behält sich zudem das Recht vor, seinen eigenen Nachfolger zu ernennen.

Der Rat wird zudem regelmäßige, jedoch nicht abstimmungsrelevante Treffen mit dem Exekutivrat abhalten. Diese Zusammenkünfte sind mindestens alle drei Monate geplant. Es soll zudem möglich sein, bestimmte Personen durch eine Abstimmung der Mitglieder ihres Amtes zu entheben.

ZWEITE PHASE DES WAFFENSTILLSTANDS

Nachdem am 10. Oktober 2025 ein Waffenstillstand im Gazastreifen in Kraft getreten war, gab Steve Witkoff, der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump für den Nahen Osten, am 14. Januar 2026 den Start der zweiten Phase des 20-Punkte-Plans bekannt.

Der sechsteilige Rahmen dieser Phase konzentriert sich auf die Entmilitarisierung der Region und den Wiederaufbauprozess.

1- GAZA-FRIEDENSRAT

Die neue Struktur umfasst drei Hauptorgane:

„Friedensrat“, „Verwaltungsrat des Friedensrates“ und „Gaza-Verwaltungsrat“.

Der Gaza-Friedensrat wird als Übergangsstruktur definiert, die darauf abzielt, eine politische und sicherheitspolitische Grundlage für den Abschluss des israelischen Rückzugs aus dem Gazastreifen und die Umsetzung von Entmilitarisierungsmaßnahmen zu schaffen.

In einer Erklärung des Weißen Hauses wurde mitgeteilt, dass der bulgarische Politiker und ehemalige UN-Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess, Nickolay Mladenov, als Vertreter des Rates in Gaza fungieren wird. Mladenov soll zudem den Vorsitz des Nationalen Verwaltungskomitees für Gaza übernehmen, einem 15-köpfigen Gremium aus palästinensischen Technokraten, das die tägliche Verwaltung nach dem Krieg übernehmen wird.

US-Präsident Donald Trump hat auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan als Gründungsmitglied in den Friedensrat eingeladen, dem er selbst vorsitzen wird.

2- ISRAELS ERWEITERTER RÜCKZUGSPLAN

Dem Plan zufolge soll die israelische Armee ihre Besatzung reduzieren, indem sie sich aus den südlichen und östlichen Teilen Gazas sowie aus weiten Gebieten im Norden zurückzieht. Derzeit kontrollieren israelische Streitkräfte Berichten zufolge mehr als 50 Prozent des Gazastreifens.

3- ENTMILITARISIERUNG PALÄSTINENSISCHER GRUPPEN

Während die Hamas erklärt hat, bereit zu sein, ihre Verantwortlichkeiten zu übertragen, hält sie an ihrer Haltung fest, ihre bewaffnete Macht zu bewahren. Die Gruppe betont, sie sei „offen für jeden Vorschlag, der die Gründung eines palästinensischen Staates garantiert und dieses Recht schützt“.

4- NATIONALES VERWALTUNGSKOMITEE FÜR GAZA

Das Komitee, das aus 15 palästinensischen Technokraten bestehen soll, ist für die zivile Verwaltung und die Erbringung grundlegender Dienstleistungen in den Gebieten vorgesehen, aus denen sich die israelische Armee zurückzieht. Der am 18. November vom UN-Sicherheitsrat verabschiedete Resolutionsentwurf sieht vor, dass Gaza unter der Aufsicht des von Trump geleiteten Friedensrates von einer Übergangsverwaltung aus unabhängigen palästinensischen Technokraten regiert wird.

5- WIEDERAUFBAU VON GAZA

In Gaza, wo infolge der israelischen Angriffe etwa 90 Prozent der zivilen Infrastruktur zerstört wurden, soll ein umfassender Wiederaufbauprozess eingeleitet werden. Die UN beziffern die Kosten für diesen Prozess auf etwa 70 Milliarden Dollar.

Im Rahmen des Wiederaufbaus bleibt die Zukunft des Grenzübergangs Rafah weiterhin ungewiss.

6- INTERNATIONALE STABILISIERUNGSTRUPPE

Die USA arbeiten weiterhin an der Bildung einer „Internationalen Stabilisierungstruppe“, um die Sicherheit in Gaza zu gewährleisten. Washington soll sich Berichten zufolge mit mindestens drei Ländern—als mögliche Kandidaten werden Italien, Pakistan, Bangladesch oder Aserbaidschan genannt—auf eine Einigung verständigt haben. Gemäß der Resolution des UN-Sicherheitsrates ist geplant, dass diese Truppe bis Ende 2027 im Einsatz bleibt.