Indien wird die Grenze zu Myanmar einzäunen

Die indische Regierung hat angekündigt, die Grenze zu Myanmar im Nordosten des Landes mit einem Maschendrahtzaun zu sichern.

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Der indische Innenminister Amit Shah gab in einer Erklärung bekannt, dass die Zentralregierung beschlossen habe, entlang der 1643 Kilometer langen Grenze zwischen Indien und Myanmar einen Zaun zu errichten, ähnlich wie dies bereits an der Grenze zu Bangladesch geschehen ist.

MIGRATIONSPROBLEMATIK

Shah erklärte zudem, dass das Abkommen über die Freizügigkeit, das den Bürgern beider Länder das visumfreie Überqueren der Grenze in einem Bereich von 16 Kilometern entlang der Grenzlinie ermöglichte, aufgehoben werde.

Der Regierungschef des indischen Bundesstaates Manipur, N. Biren Singh, hatte die Zentralregierung zuvor aufgefordert, die Freizügigkeit zu beenden, und dabei auf die Migrationswelle verwiesen, die aufgrund der internen Unruhen in Myanmar in Richtung Indien entstanden ist.

DER PUTSCH IN MYANMAR

Das Militär in Myanmar hatte am 1. Februar 2021 die Macht übernommen, nachdem Vorwürfe über Wahlfälschungen bei den Parlamentswahlen 2020 laut geworden waren und es zu politischen Spannungen im Land gekommen war.

Die Armee nahm zahlreiche Regierungsvertreter und Funktionäre der Regierungspartei fest, darunter die faktische Regierungschefin und Außenministerin Aung San Suu Kyi, und verhängte für ein Jahr den Ausnahmezustand.

Infolge des bewaffneten Vorgehens der myanmarischen Armee gegen Protestierende und aufständische Gruppen, die sich gegen den Putsch stellten, kamen bisher 902 Menschen ums Leben, Tausende Demonstranten wurden inhaftiert.

Unterdessen sind nach Angaben der Hilfsorganisation für politische Gefangene seit dem Putsch im Land etwa 1400 Menschen ums Leben gekommen und 10.000 Personen festgenommen worden.

Im Land dauern die großflächigen Proteste sowie die Prozesse gegen hochrangige Regierungsvertreter vor Militärgerichten an.