Indonesien: Zwei Männer wegen homosexueller Handlungen ausgepeitscht

In der indonesischen Provinz Aceh wurden zwei Männer, die in einem Park erwischt wurden, von einem Scharia-Gericht öffentlich ausgepeitscht.

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Die beiden 20 und 21 Jahre alten jungen Männer, die im April im Taman-Sari-Stadtpark festgenommen wurden, waren von Anwohnern bei der Scharia-Polizei gemeldet worden, als sie gemeinsam eine Toilette betraten. Die Polizei fasste das Paar, das sich auf der Toilette küsste und umarmte, und übergab es dem Gericht. Das Gericht wertete dieses Verhalten als "sexuelle Handlungen" und verurteilte jeden von ihnen zu 80 Peitschenhieben.

Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Indonesiens muslimisch ist, ist die Provinz Aceh die einzige Region, die seit 2015 Scharia-Gesetze anwendet. Dies wird als Zugeständnis der Zentralregierung angesehen, um einen jahrelangen separatistischen Aufstand zu beenden. Im nationalen Strafgesetzbuch des Landes gilt Homosexualität nicht als Straftat, und die Zentralregierung hat keine Befugnis, diese Gesetze in Aceh aufzuheben.

FRÜHERE PEITSCHENSTRAFEN

Dieser Vorfall, die fünfte öffentliche Auspeitschung wegen Homosexualität in Aceh seit 2015, zeigt, dass die Praktiken in der Region fortbestehen. Im Februar wurden in Banda Aceh zwei Männer in einem öffentlichen Park zu einer ähnlichen Strafe verurteilt. Die Strafen wurden nach einem "Rabatt für gutes Verhalten" mit 82 beziehungsweise 77 Peitschenhieben vollstreckt.

Amnesty International bezeichnet diese Strafen als "schreckliche Diskriminierung". Die stellvertretende Regionaldirektorin der Organisation, Montse Ferrer, erklärte: "Einvernehmliche sexuelle Handlungen sollten niemals kriminalisiert werden. Niemand sollte aufgrund seiner tatsächlichen oder vermuteten sexuellen Orientierung bestraft werden."