Iraker nach 10 Jahren wieder an der Wahlurne für Kommunalwahlen

Im Irak hat die Stimmabgabe für die ersten Kommunalwahlen seit 10 Jahren begonnen.

İHA

Irak geht zum ersten Mal seit 2013 wieder zu Kommunalwahlen an die Urnen. Die Kommunalwahlen, bei denen rund 17 Millionen registrierte Wähler stimmberechtigt sind, umfassen nicht die Städte der Region Kurdistan (IKBY). Bei den Wahlen, bei denen insgesamt 5.904 Kandidaten um 275 Sitze konkurrieren, sind lediglich 70 der Sitze für weibliche Kandidatinnen reserviert.

Aufgrund der Wahlen wurden landesweit umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen; zudem wurde ein Verbot für Motorräder und Transportfahrzeuge verhängt. Die Stimmabgabe, die um 07.00 Uhr Ortszeit begann, endet um 18.00 Uhr.

Im Rahmen einer Sonderabstimmung am Samstag waren bereits Sicherheitskräfte und Binnenvertriebene zur Wahl gegangen. Die Kommunalwahlen in der Region Kurdistan werden für das kommende Jahr erwartet.

BOYKOTT-AUFRUF ERFOLGT

Der schiitische Sadr-Bewegungsführer Muktada as-Sadr, der sich im vergangenen Jahr aus der Politik zurückgezogen hatte, hatte seine Anhänger dazu aufgerufen, die Provinzwahlen zu boykottieren. In einer schriftlichen Erklärung hatte Sadr geäußert: „Ein umfassender Boykott mindert die Legitimität der Wahlen.“

Die letzten Kommunalwahlen im Irak fanden 2013 statt; nachfolgende Wahlen wurden aufgrund der Angriffe der Terrororganisation IS verschoben.