Israelische Soldaten stürmen Krankenhaus als Patienten und Ärzte verkleidet
Israelische Streitkräfte haben im Westjordanland ein Krankenhaus gestürmt, indem sie sich als Ärzte und Patienten tarnten. Bei dem Überfall wurden drei Palästinenser getötet, die sich in der Klinik in Behandlung befanden. Israel behauptete, die Getöteten seien Mitglieder der Hamas gewesen.
AA
Israelische Streitkräfte haben im besetzten Westjordanland ein Krankenhaus gestürmt und drei Palästinenser getötet, von denen sich einer in Behandlung befand.
Dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge führten israelische Einheiten einen Überfall auf das Ibn-Sina-Krankenhaus in der Stadt Dschenin im besetzten Westjordanland durch. Bei dem Einsatz wurden drei Palästinenser in der Klinik getötet.
Die palästinensische Gesundheitsministerin Mai al-Kaila rief die Vereinten Nationen sowie internationale Organisationen und Menschenrechtsgruppen dazu auf, den Verbrechen der israelischen Streitkräfte gegen das palästinensische Volk und medizinische Einrichtungen im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland ein Ende zu setzen und den notwendigen Schutz für Gesundheitszentren und medizinisches Personal zu gewährleisten.
Wie die offizielle palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete, waren zwei der drei getöteten Palästinenser Brüder. Bei den Getöteten handelte es sich demnach um Mohammed und Basil Ayman al-Ghazawi sowie Mohammed Walid Jalamneh.
Es wurde mitgeteilt, dass Basil Ayman al-Ghazawi seit dem 25. Oktober 2023 im Krankenhaus behandelt wurde.
ISRAELISCHE SOLDATEN ALS ÄRZTE VERKLEIDET
Berichten zufolge betraten etwa 10 israelische Spezialkräfte in Zivilkleidung sowie mit Arzt- und Krankenpflegerkitteln das Krankenhaus, begaben sich in den dritten Stock und töteten die drei Palästinenser mit schallgedämpften Waffen.
Die Zahl der Palästinenser, die seit dem 7. Oktober 2023 im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem durch Angriffe israelischer Streitkräfte und illegaler jüdischer Siedler getötet wurden, ist auf 381 gestiegen.
ISRAELS HAMAS-BEHAUPTUNG
Die israelische Armee gab in einer Erklärung bekannt, dass in Zusammenarbeit mit dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet (Schabak) eine „gemeinsame Operation“ im Ibn-Sina-Krankenhaus in Dschenin durchgeführt wurde, bei der drei Palästinenser getötet wurden, die der Hamas angehört hätten.
In der Erklärung der israelischen Armee wurde behauptet, die getöteten Palästinenser hätten zuvor Angriffe auf israelische Sicherheitskräfte verübt sowie verschiedene Anschläge geplant und unterstützt.
Zudem wurde behauptet, dass „im Krankenhaus eine Waffe gefunden wurde“ und dass „gesuchte Personen sich in Krankenhäusern verstecken und dort Angriffe planen“.