Kamala Harris zur Lage in Gaza: Ich werde nicht schweigen

Die US-Vizepräsidentin Kamala Harris, die als sichere Kandidatin der Demokraten für die Wahl im November 2024 gilt, erklärte nach ihrem Treffen mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, dass sie angesichts des Leids in Gaza „nicht schweigen werde“. Die Äußerungen von Harris stießen bei Vertretern der israelischen Regierung auf Kritik.

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Die Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten (USA), Kamala Harris, die als sichere Kandidatin der Demokratischen Partei für die Wahl im November 2024 gilt, erklärte nach ihrem Treffen mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu: „Ich werde angesichts des Leids in Gaza nicht schweigen.“ Vertreter der israelischen Regierung kritisierten diese Äußerungen von Harris scharf.

Nach dem Treffen mit Netanjahu, der die US-Hauptstadt Washington besuchte, sagte Harris: „Ich werde angesichts der verheerenden Lage in Gaza nicht schweigen“ und führte weiter aus: 

'BILDER VON VERZWEIFELTEN UND HUNGERNDEN MENSCHEN'

„Was in den letzten neun Monaten in Gaza geschehen ist, ist verheerend. Es sind Bilder von toten Kindern und von verzweifelten, hungernden Menschen, die zum zweiten, dritten oder vierten Mal auf der Flucht vor der Gefahr sind.“

Diese Äußerungen von Harris lösten sowohl in Israel als auch in den USA ein breites Echo aus. Während die US-Medien die Aussagen als „scharf“ bezeichneten, gab es in Israel Kritik an Harris. 

Unter Verweis auf den dreistufigen Waffenstillstands- und Geiselaustauschplan von Biden betonte Harris, dass der Krieg in Gaza beendet werden müsse. Harris erklärte zudem, sie habe Netanjahu mitgeteilt, dass es an der Zeit sei, diesen Waffenstillstandsplan umzusetzen.

'ICH WERDE ANGESICHTS DES LEIDS NICHT SCHWEIGEN'

Harris erinnerte an die Angriffe der Hamas vom 7. Oktober 2023 und bezeichnete die Hamas als eine „brutale Terrororganisation“, die „schreckliche Akte sexueller Gewalt“ begangen habe.

Während Harris betonte, dass Israel das Recht habe, sich zu verteidigen, unterstrich sie zugleich, dass es auch darauf ankomme, wie sich das Land verteidige. Mit dem Hinweis, dass man vor der humanitären Tragödie in Gaza nicht die Augen verschließen könne, sagte Harris: „Wir dürfen gegenüber dem Leid nicht abstumpfen, und ich werde nicht schweigen.“

Während darüber diskutiert wird, ob die Äußerungen von Harris nach dem Treffen mit Netanjahu ein Anzeichen für eine Abkehr von der Israel-Politik von US-Präsident Joe Biden sind, wurde in israelischen Medien behauptet, dass Harris den Waffenstillstandsverhandlungen geschadet habe.  

Hochrangige israelische Diplomaten, die gegenüber israelischen Medien sprachen, äußerten sich überrascht über die öffentlichen Äußerungen von Harris. Es wird spekuliert, dass Harris eine Einigung bei der Geisel-Vereinbarung erschwert haben könnte. In Berichten israelischer Medien hieß es, die Beamten hätten erklärt: „Wir hoffen, dass die Äußerung von Harris die Erzielung einer Geisel-Vereinbarung nicht erschwert, da sie den Eindruck einer Meinungsverschiedenheit zwischen Israel und den USA erweckt.“