Kein offizielles Abkommen mit der Türkei unterzeichnet: Schara übergibt den Betrieb des Hafens von Latakia an ein französisches Unternehmen
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat ein Gespräch mit Ahmed al-Schara (Golani) geführt, den die Übergangsregierung in Syrien zum Präsidenten ernannt hat. Als Ergebnis des Gesprächs wurde beschlossen, dass die Betriebsrechte für den Hafen von Latakia beim französischen Unternehmen CMA CGM verbleiben.
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Die neue syrische Führung hat angekündigt, den Vertrag mit dem französischen Transportunternehmen CMA CGM über den Betrieb des Hafens von Latakia zu verlängern. Bei dem Treffen zwischen Macron und Schara wurde bestätigt, dass CMA CGM den Hafen weiterhin betreiben wird. Macron gratulierte Schara zu seinem neuen Amt und sprach eine Einladung für einen Besuch in Frankreich aus. Während des Gesprächs wurden auch Themen wie die Sicherheitsprobleme in Syrien und die Lockerung der Wirtschaftssanktionen erörtert.
Die Schara-Regierung, die ein Gespräch mit CMA CGM führte, erlaubte dem Unternehmen den weiteren Betrieb des Hafens im Austausch für eine Überarbeitung des bestehenden Hafenbetriebsvertrags. CMA CGM hielt bereits während der Assad-Ära die Betriebsrechte am Hafen von Latakia.
Macron erklärte in seinem Gespräch mit Schara, dass sie sich für die Aufhebung der Sanktionen einsetzen würden, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau Syriens zu unterstützen. Die Europäische Union (EU) kündigte ebenfalls an, eine Lockerung der gegen Syrien verhängten Sanktionen zu prüfen. Unterdessen hatten die USA im Januar einige Beschränkungen für humanitäre Hilfsmaßnahmen gelockert, die Sanktionen jedoch beibehalten.
Der ehemalige HTS-Anführer und Al-Qaida-Mitglied Ahmed al-Schara (Deckname Golani) wurde von der UN auf die Liste der gesuchten Terroristen gesetzt, da er Bombenanschläge auf Zivilisten verübt hat. Schara bezeichnete die von ihm in der Vergangenheit organisierten Angriffe als 'Jugendsünden'.
SCHARA FORDERT DAS ENDE DER SANKTIONEN
Schara wies im Gespräch auf die Schwierigkeiten hin, die die syrische Bevölkerung aufgrund der Sanktionen erleidet. Der Mann, der aufgrund seiner Bombenanschläge im Namen von Al-Qaida auf der Terrorliste der UN steht, ging auch auf die Sicherheitsprobleme in der Region ein und betonte die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit.
Wie Harici berichtet, wurden im überarbeiteten Vertrag Änderungen an der Mietdauer und der Umsatzbeteiligung vorgenommen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Verbindungen der Familie des Unternehmensgründers Jacques Saadé zur Region ausschlaggebend dafür waren, dass CMA CGM in Latakia bleibt.
CMA CGM unterzeichnete 2009 einen Vertrag über den Betrieb des Containerterminals im Hafen von Latakia. Als der Vertrag 2019 auslief, verlängerte die Assad-Regierung die Vereinbarung mit dem Unternehmen bis 2024. Die neue Führung hat den Vertrag diesmal für einen Zeitraum von 30 Jahren erneuert.
Es ist bekannt, dass der Gründer von CMA CGM, Jacques R. Saadé, 'enge Verbindungen' zur wirtschaftlichen Elite in Syrien hatte. Quelle: Forbes
DIE SYRIEN-POLITIK DER EU
Die Europäische Union hat die Sanktionen gegen die syrische Wirtschaft schrittweise aufgehoben und es EU-Transportunternehmen ermöglicht, Handel mit den Häfen von Latakia und Tartus zu treiben. Es wird erwartet, dass dieser Schritt Syrien dabei hilft, sich wieder in das internationale Handelsnetzwerk zu integrieren.
Die neue Führung in Syrien hat auch Änderungen bei der Verwaltung der Häfen vorgenommen. So wurde beispielsweise der Vertrag für den Hafen von Tartus an einen russischen Betreiber übertragen. Die Vereinbarung, die die Russen für den Hafen von Tartus getroffen hatten, wurde von der neuen Führung annulliert.
Bezüglich der wirtschaftlichen Rechte der Türkei in der Region wurde bisher kein Abkommen unterzeichnet. Nach Scharas Einnahme von Damaskus wurde bekannt gegeben, dass die Türkei die neu zu gründenden Sicherheitseinheiten in Syrien ausbilden werde. Es hieß auch, dass türkische Bauunternehmen eine Rolle beim Wiederaufbau des Landes spielen würden. Dennoch hat die Schara-Regierung bisher keine Schritte in diesen Angelegenheiten unternommen, außer die Zölle für die Türkei um bis zu 400 Prozent zu erhöhen und mit Saudi-Arabien über die Ausbildung neuer Sicherheitskräfte zu verhandeln.
Nachdem Schara die Macht übernommen hatte, verließen russische Truppen den von ihnen in Tartus errichteten Marinestützpunkt.