Keine Wahl des Präsidenten im Kosovo: Parlament aufgelöst
Aufgrund eines Boykotts der Opposition konnte im Kosovo die für die Präsidentschaftswahl erforderliche Mehrheit nicht erreicht werden. Nach Ablauf der vom Verfassungsgericht gesetzten Frist wurde das Parlament aufgelöst und das Land befindet sich nun im Prozess für vorgezogene Neuwahlen.
İHA
Der Prozess zur Wahl des Präsidenten im Kosovo endete ergebnislos. Die Vollversammlung des kosovarischen Parlaments trat im Laufe des Tages mehrfach zusammen, um einen Präsidenten zu wählen, doch aufgrund der Abwesenheit der Oppositionsabgeordneten konnte die für den ersten Wahlgang erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht erreicht werden.
Die Vollversammlung, die in den Nachtstunden ein letztes Mal zusammenkam, löste sich gegen 00.00 Uhr Ortszeit ohne Ergebnis auf. Da innerhalb der vom Verfassungsgericht des Kosovo gesetzten Frist kein neuer Präsident gewählt werden konnte, wurde der Prozess zur Auflösung des Parlaments eingeleitet.
Parlamentspräsidentin Albulena Haxhiu erklärte in ihrer Abschlussrede, dass der Prozess und die aktuelle Legislaturperiode beendet seien. Unter Verweis auf die Entscheidung des Verfassungsgerichts gab Haxhiu bekannt, dass das Parlament als aufgelöst gilt und die Wahlen im Rahmen des verfassungsmäßigen Zeitplans ausgerufen werden.
Der kosovarische Premierminister Albin Kurti äußerte sich kurz vor Ablauf der Frist mit den Worten: „Es gibt nichts mehr, was wir tun können.“ Kurti kritisierte die Nichtteilnahme der Opposition an den Sitzungen und erklärte, dass die Wähler über die Geschehnisse urteilen würden.