Kolumbiens ehemaliger Präsident Uribe zu 12 Jahren Hausarrest verurteilt

In Kolumbien wurde der ehemalige Präsident Alvaro Uribe wegen Zeugenmanipulation, Unregelmäßigkeiten und Bestechung zu 12 Jahren Hausarrest sowie einer Geldstrafe von 3,4 Milliarden kolumbianischen Pesos (etwa 840.000 US-Dollar) verurteilt.

İHA

In Kolumbien wurde am Montag das Strafmaß gegen den ehemaligen Präsidenten Alvaro Uribe verkündet, der wegen Zeugenmanipulation, Unregelmäßigkeiten und Bestechung verurteilt wurde.

Richterin Sandra Heredia verurteilte Uribe zu 12 Jahren Hausarrest und verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 3,4 Milliarden kolumbianischen Pesos (etwa 840.000 US-Dollar).

Uribe wird sich in Rionegro in der Region Antioquia, wo er seinen Wohnsitz hat, den Behörden stellen, woraufhin der Hausarrest beginnt.

Das Dokument mit dem Urteilsspruch wurde bereits wenige Stunden vor der Anhörung, in der das Strafmaß verlesen werden sollte, in lokalen Medien veröffentlicht. Dem Dokument zufolge wurde Uribe für mehr als 8 Jahre von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen.

Uribes Anwaltsteam kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

AM MONTAG SCHULDIG GESPROCHEN

Der ehemalige kolumbianische Präsident Alvaro Uribe wurde schon lange beschuldigt, Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen zu unterhalten. Der linke Senator Ivan Cepeda sammelte 2012 Zeugenaussagen, die Uribes Verbindungen zu ehemaligen Paramilitärs nahelegten. Diese Zeugen behaupteten, dass Uribe paramilitärische Gruppen unterstützte.

Uribe reichte daraufhin eine Verleumdungsklage gegen Cepeda ein und behauptete, dieser habe die Zeugen durch Geldzahlungen oder Drohungen beeinflusst. Der Oberste Gerichtshof entschied jedoch 6 Jahre später, dass Cepeda die Zeugen weder bestochen noch unter Druck gesetzt hatte.

Das Gericht stellte fest, dass Uribe und seine Verbündeten Druck auf die Zeugen ausgeübt hatten; Cepeda wurde in dem Verfahren als Opfer anerkannt. Uribe war in der Anhörung am Montag schuldig gesprochen worden.