Korruptionsprozess im Vatikan beendet

Im Korruptionsprozess gegen Kardinal Angelo Becciu, der einst als Substitut des Staatssekretariats im Vatikan tätig war, ist ein Urteil gefallen. Becciu wurde zu 5 Jahren und 6 Monaten Haft, einem lebenslangen Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter sowie einer Geldstrafe von 8.000 Euro verurteilt.

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Wie das offizielle Nachrichtenportal des Vatikans, Vaticannews, berichtet, wurde der seit 2,5 Jahren laufende Korruptionsprozess gegen 10 Angeklagte und 4 Unternehmen heute mit der 86. Anhörung abgeschlossen. Gegenstand des Verfahrens war die Veruntreuung von Millionen Pfund beim Kauf einer Immobilie im Londoner Luxusviertel Sloane Avenue im Namen des vatikanischen Staatssekretariats im Jahr 2013.

PROZESS BEENDET

In der Urteilsverkündung im Mehrzwecksaal der Vatikanischen Museen erklärte der Gerichtsvorsitzende Giuseppe Pignatone, dass Kardinal Angelo Becciu, der zeitweise als Substitut des Staatssekretariats (stellvertretender Regierungschef) fungierte, in drei Fällen der Veruntreuung beim Verkauf der Immobilie in London für schuldig befunden wurde. Pignatone gab bekannt, dass Becciu zu 5 Jahren und 6 Monaten Haft, einem lebenslangen Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter sowie einer Geldstrafe von 8.000 Euro verurteilt wurde. Auch gegen die anderen im Prozess mitangeklagten Personen wurden unterschiedliche Haft- und Geldstrafen verhängt. Nach der Urteilsverkündung erklärte Fabio Viglione, einer der Anwälte von Becciu, dass sein Mandant unschuldig sei und sie gegen das Urteil Berufung einlegen würden.

WAS WAR PASSIERT?

In einer 2019 eingeleiteten Untersuchung im Vatikan kam ans Licht, dass Beccius Name in einen Skandal verwickelt war, der den Kauf einer Immobilie im teuren Londoner Viertel Sloane Avenue mit Spenden von katholischen Gläubigen betraf, während er zwischen 2011 und 2018 als Substitut des Staatssekretariats tätig war. Nachdem Becciu im November 2018 sein Amt als Substitut niedergelegt hatte, berichteten Medien, dass der Immobilienvertrag für das Gebäude in London dem Vatikan einen Schaden in Millionenhöhe zugefügt habe. Nachdem die Vorwürfe gegen ihn öffentlich geworden waren, trat Kardinal Becciu am 24. September 2020 von seinen Ämtern im Vatikan zurück und verzichtete zudem auf seine Rechte als Kardinal. In vatikan-nahen Medien wurde kommentiert, dass Becciu zum Rücktritt gedrängt worden sei. Die erste Anhörung in dem Korruptionsprozess gegen Becciu fand im Juli 2021 statt.

Der Staatsanwalt des vatikanischen Justizbüros, Alessandro Diddi, hatte im Juli 2023 für Kardinal Becciu, der zwischen 2011 und 2018 als Substitut des Staatssekretariats tätig war und dessen Name in diesen Skandal verwickelt war, wegen Veruntreuung und Amtsmissbrauchs eine Haftstrafe von 7 Jahren und 3 Monaten, eine Geldstrafe von 10.329 Euro sowie ein Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter gefordert.