Krise bei Flugrouten: Zunehmende Konflikte treiben Kosten in der Luftfahrtbranche in die Höhe

Geopolitische Spannungen und bewaffnete Konflikte weltweit stellen Fluggesellschaften vor neue Herausforderungen. Während Kriege dazu zwingen, Flugrouten zu ändern, steigen sowohl die Flugzeiten als auch der finanzielle Druck auf die Unternehmen.

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Die in jüngster Zeit im Nahen Osten und in Asien eskalierten Konflikte haben dazu geführt, dass viele Länder ihren Luftraum eingeschränkt haben. Insbesondere nach den Angriffen zwischen Israel und dem Iran haben einige Länder rund um den Persischen Golf ihren Luftraum vorübergehend geschlossen. Diese Entwicklung führte dazu, dass führende Fluggesellschaften Dutzende Flüge entweder stornieren oder auf alternative Routen umleiten mussten.

Im vergangenen Mai hatte eine kurzzeitige militärische Spannung zwischen Indien und Pakistan dazu geführt, dass beide Länder ihren Luftraum für die Fluggesellschaften des jeweils anderen gesperrt hatten. Darüber hinaus wurde nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Jahr 2022 der russische Luftraum für westliche Fluggesellschaften gesperrt, was insbesondere für Langstreckenflüge die Festlegung neuer Routen erforderlich machte.

Immer mehr Fluggesellschaften versuchen, die Schwierigkeiten zu bewältigen, die durch plötzlich wechselnde Konflikte und Kriege entstehen. Jede Änderung der Routen beeinträchtigt die Rentabilitätskalkulationen und die operative Effizienz erheblich.

Einige tragische Vorfälle in der Vergangenheit haben gezeigt, wie ernst dieses Risiko sein kann. Nach dem Abschuss eines Flugzeugs der Malaysia Airlines über der Ukraine im Jahr 2014 wurde im vergangenen Dezember in ähnlicher Weise ein Flugzeug der Azerbaijan Airlines im russischen Luftraum abgeschossen. Solche Vorfälle führen zu neuen Sicherheitsmaßnahmen für Passagiere und Besatzung.

Laut dem jüngsten Bericht von Verisk Maplecroft sind derzeit mehr als 4,5 Prozent der weltweiten Landfläche von bewaffneten Konflikten betroffen, und dieser Anteil nimmt stetig zu.

NEUORDNUNG DER ROUTEN IM NAHEN OSTEN

Die zivile Luftfahrtbranche ist dafür verantwortlich, täglich mehr als 100.000 Flüge und den sicheren Transport von Millionen von Passagieren zu gewährleisten. Doch die weltweit ausbrechenden Krisen stören dieses Gleichgewicht von Tag zu Tag mehr. Insbesondere im Nahen Osten mussten die Fluggesellschaften nach den jüngsten Angriffen zwischen dem Iran und Israel ihre Routen erneut überprüfen.

Qatar Airways sah sich nach dem Angriff des Iran auf die US-Basis in Katar gezwungen, mehr als 90 Flüge zu ändern, was zu erheblichen Störungen der Reisepläne von über 20.000 Passagieren führte. In ähnlicher Weise änderte ein Qantas-Flug von Perth nach Paris aus Sicherheitsgründen seine Route, kehrte nach Australien zurück und blieb insgesamt 15 Stunden in der Luft.

Obwohl einige Fluggesellschaften beginnen, zu ihren alten Routen zurückzukehren, bleiben die Unternehmen angesichts der Möglichkeit einer neuen Krise jederzeit wachsam. Während kurzfristige Probleme schnell gelöst werden können, haben lang anhaltende Konflikte weitaus größere wirtschaftliche Folgen.

GESCHLOSSENE LUFTRAUME ERSCHUTTERN DIE LUFTFAHRTWIRTSCHAFT

Als Russland 2022 nach der Invasion der Ukraine seinen Luftraum für westliche Fluggesellschaften vollständig schloss, wurden die meisten Flüge von den USA und Europa nach Asien sowohl länger als auch kostspieliger.

Nach Angaben von Professor Andreas Schäfer vom UCL Energy Institute bedeutet eine zusätzliche Flugstunde für große Passagierflugzeuge zusätzliche Ausgaben von etwa 10.000 Dollar. Den Großteil dieser Kosten machen Treibstoff-, Personal- und Wartungskosten aus. Für die Luftfahrtbranche, in der die Nachfrage begrenzt ist und die Preise durch den Wettbewerb bestimmt werden, können diese zusätzlichen Kosten die Rentabilität der Unternehmen ernsthaft gefährden.

Einige Fluggesellschaften mussten auf Routen mit Zwischenstopps anstelle von Direktflügen ausweichen. Zudem wurden unrentable Strecken gestrichen und bei einigen Flügen die Passagierkapazitäten reduziert. Laut Professor Ahmed Abdelghany wächst der Druck auf die Branche, je länger die Luftraumsperrungen andauern, und die Unternehmen sehen sich gezwungen, völlig neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Die finnische Fluggesellschaft Finnair fungierte jahrelang als Brücke zwischen Europa und Asien. Die Schließung des russischen Luftraums führte jedoch zum Ende dieser Strategie. Derzeit hat sich die Flugdauer der Asienflüge von Finnair um bis zu 40 Prozent verlängert. Chinesische Fluggesellschaften genießen einen Wettbewerbsvorteil, da sie den russischen Luftraum weiterhin nutzen können. Während Flüge von Helsinki nach Shanghai bei Finnair mehr als 12 Stunden dauern, können diese bei in China ansässigen Unternehmen unter 9 Stunden bleiben.

In ähnlicher Weise waren auch US-Fluggesellschaften betroffen. Die früheren Nonstop-Flüge von United Airlines von Indien in die USA mussten aufgrund der aktuellen Krisen umgeleitet werden, was die Flugzeiten erheblich verlängerte. Mit einem Vorteil, der im April endete, nutzte Air India noch den russischen Luftraum; doch nach den Spannungen zwischen Indien und Pakistan sind indische Fluggesellschaften auf längere und umständlichere Routen für Nordamerika-Flüge ausgewichen. Der pakistanische Luftraum bleibt für indische Fluggesellschaften weiterhin gesperrt.

Während die Flugdauer zunimmt, versucht die Branche, mit den steigenden Sicherheits- und Finanzrisiken fertig zu werden. Es wird prognostiziert, dass es in der kommenden Zeit zu dauerhaften Veränderungen in der Luftfahrtbranche kommen wird.